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Strompreiserhöhung: 179 Versorger heben im März und April 2012 Preise an

21.02.2012 - 10:13

Die Strompreise steigen wieder auf breiter Front. Für März und April 2012 haben insgesamt 179 Anbieter Preiserhöhungen in ihren Grundversorgungstarifen angekündigt - so viele wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr. Das ergab eine Auswertung der Strompreisentwicklung durch CHECK24. Von den steigenden Tarifen sind rund zehn Millionen Haushalte betroffen.

Seit der Welle von Strompreiserhöhungen Anfang 2011 blieben die Tarife für die meisten Stromkunden unverändert. Doch das ändert sich jetzt. Im Januar und Februar hatten bereits mehr als 100 Grundversorger an der Preisschraube gedreht. Nun folgen weitere 179 Stromanbieter, die für die Monate März und April höhere Preise angekündigt haben. Im Durchschnitt heben sie den Strompreis um gut drei Prozent an. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden steigt die jährliche Stromrechnung um rund 40 Euro.

Höhere Strompreise von Norddeutschland bis zu den Alpen

Für zahlreiche Kunden wird es allerdings deutlich teurer. So muss der Musterhaushalt etwa bei den Pfalzwerken, der Rheinenergie in Köln oder der BELKAW im Bergischen Land sogar Mehrkosten von über 118 Euro pro Jahr verkraften. Ebenfalls im dreistelligen Bereich liegt die Preissteigerung bei der Frankfurter Mainova mit einem Plus von 101 Euro pro Jahr. Auch zahlreiche große Versorger heben die Preise an: zum Beispiel die EWE AG (Oldenburg), die Süwag (Frankfurt) oder die Stadtwerke aus Lübeck, Dortmund und Leipzig. In Bayern trifft es unter anderem die Verbraucher in den drei größten Städten München (Stadtwerke München), Nürnberg (N-ERGIE) und Augsburg (Stadtwerke Augsburg).

Als Gründe für den Griff in die Taschen der Kunden müssen vor allem gestiegene Gebühren und Abgaben herhalten. Viele Stromanbieter verweisen auf die EEG-Umlage, mit der die Ökostromförderung finanziert wird. Sie legte zum Jahreswechsel leicht um 0,06 Cent pro Kilowattstunde zu. Auch die Netzentgelte kletterten vielerorts in die Höhe. Hinzu kommt eine neu eingeführte Umlage, mit der Privatkunden und kleinere Gewerbebetriebe für die Entlastung großer Industriebetriebe zahlen müssen. Sogenannte energieintensive Unternehmen wurden von der Zahlung der Netzentgelte befreit, die Einnahmeausfälle werden auf die übrigen Stromkunden verteilt.

Anbieterwechsel statt Strompreiserhöhung

Angesichts der hohen und immer weiter steigenden Strompreise lohnt sich die Suche nach günstigen Alternativen: Im Durchschnitt sparten Stromkunden, die 2011 ihren Anbieter über CHECK24 wechselten, dreistellige Summen ein. So sank die jährliche Stromrechnung beim Wechsel in einen Tarif ohne Neukundenbonus um 114 Euro. Bei Tarifen, die zusätzlich im ersten Vertragsjahr eine Bonuszahlung an den Kunden vorsehen, waren es sogar 213 Euro. Abhängig vom Wohnort und dem Preisniveau der örtlichen Stromversorger fiel die durchschnittliche Einsparung in einigen Bundesländern noch höher aus, so etwa in Rheinland-Pfalz (253 Euro), Baden-Württemberg (243 Euro) oder Thüringen (240 Euro).

Der Gesetzgeber will den Stromanbieterwechsel noch attraktiver machen. So beschloss das Bundeskabinett in der vergangenen Woche eine Überarbeitung der Grundversorgungsverordnung. Sie soll im Frühjahr in Kraft treten und die Kündigungsfrist für Kunden in der Grundversorgung auf zwei Wochen verkürzen. Gleichzeitig sollen Verbraucher auch während eines laufenden Monats kündigen können, statt wie bisher mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende. Ab April greift außerdem eine Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes. Ab dann darf der Anbieterwechsel nur noch drei Wochen dauern. Allerdings: Diese Frist beginnt nicht mit dem Absenden des Wechselantrags, sondern erst, wenn der neue Anbieter den Wechsel beim Netzbetreiber anmeldet. Stromkunden müssen daher teilweise mit Umstellungszeiträumen von mehr als drei Wochen rechnen.

Dennoch: Die Umstellung der Stromversorgung wird künftig schneller. Verbraucher können daher rascher von günstigen Preisen profitieren und zeitnah auf Strompreiserhöhungen reagieren. Nur wenn möglichst viele Stromkunden diese Chance nutzen, kann der Wettbewerb auf dem Energiemarkt stärker in Schwung kommen und die Strompreise dämpfen.

(mb)

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