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Strompreise 2017: Wie kommen die Preiserhöhungen zustande?

09.01.2017 - 09:43

Das neue Jahr bringt eine Strompreiserhöhung mit sich. Wir erklären, welche Preisbestandteile erhöht werden und wie sich der Strompreis im Detail zusammensetzt. Außerdem erfahren Sie, wie Sie trotz Erhöhung sparen können.
 

Strompreise 2017
 Für viele begann 2017 mit einer Strompreiserhöhung.
 

Die Stromversorger können nur wenige Bestandteile ihrer Preise selbst bestimmen. Abgaben, Steuern und Netzentgelte machen den Großteil des Strompreises aus und werden vom Staat vorgegeben. Der Stromanbieter bestimmt nur die Kosten für Energieversorgung und Vertrieb. Steuern, Abgaben und Umlagen müssen für jede verbrauchte Kilowattstunde fix abgeführt werden. Diese Ausgaben werden dann wiederum in den Endpreis für die Kunden einberechnet.

EEG-Umlage auf Höchststand

Die EEG-Umlage wurde 2003 eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern. Seit ihrer Einführung ist die Ökostrom-Umlage jedes Jahr konstant gestiegen. Im Einführungsjahr belief sie sich noch auf 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Im Jahr 2017 kostet sie bereits 6,88 Cent pro kWh und macht so fast ein Viertel des Strompreises aus. Schuld am erneuten Anstieg sind der niedrige Börsenstrompreis und die gleichzeitig hohe Einspeisung von Ökostrom. Denn mit der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen den Einspeisevergütungen für Ökostrom und dem Strompreis an der Börse ausgeglichen. Je höher die Preisdifferenz, desto höher ist die Ökostrom-Umlage. Eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 5.000 kWh muss in diesem Jahr rund 31 Euro mehr für die Umlage bezahlen als im Vorjahr.

Netzentgelte werden höher

Gut ein Viertel des Strompreises besteht aus dem Netzentgelt, das die Stromanbieter an die Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms und Instandhaltung der Netze bezahlen müssen. Die vier großen deutschen Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW werden in diesem Jahr die Netzkosten erhöhen. Tennet hat eine Preiserhöhung von rund 80 Prozent angekündigt, 50Hertz ziehen ihre Preise um 45 Prozent an. Amprion und TransnetBW werden nur leicht erhöhen. Grund für die Erhöhungen ist der Anstieg der sogenannten Redispatchkosten. So werden die Kosten zur Netzstabilisierung genannt, die durch die unregelmäßige Ökostromeinspeisung entstehen. Auch im Verbraucherpreis wird sich der Kostenanstieg bemerkbar machen. Familien zahlen 2017 etwa 415 Euro mehr pro Jahr für die Netznutzungskosten.

Beschaffung und Vertrieb ist Sache der Anbieter

Die Kosten für Vertrieb und Energiebeschaffung können von den Stromanbietern beeinflusst werden. Nur bei diesen Bestandteilen haben die Versorger Spielraum. Energieanbieter, die zum Bespiel auf wenig Werbung setzen oder ihre Unternehmensstrukturen auf anderen Weise schlank halten, bieten häufig sehr günstige Strompreise. Um die verschiedenen Preisangebote zu vergleichen, empfiehlt sich der Stromvergleich. Doch da der Preis alleine nicht zählt, empfehlen wir, auch auf die Verbraucherfreundlichkeit der Stromtarife zu achten. Ein Blick in die Kundenbewertungen kann ebenso hilfreich sein.

Sonderkündigungsrecht nutzen

Falls Sie von Strompreiserhöhungen betroffen sind, können Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Allerdings schränken einige Anbieter das Kündigungsrecht ein, wenn die Erhöhungen durch Steuern oder staatliche Abgaben entstehen. Deshalb lohnt sich auf jeden Fall noch einmal ein Blick in die AGB des Stromanbieters.

(sst)
 

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