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Veränderungen im Strommarkt: Rückblick 2011 und Ausblick 2012

23.12.2011 - 13:06

Fukushima, Energiewende, Ökostrom, Glühbirnenverbot und Schlichtungsstelle - auf dem Strommarkt hat es im Jahr 2011 deutliche Veränderungen gegeben. Auch 2012 sind bereits einige Neuerungen für Verbraucher absehbar. Ein Rückblick auf das alte Jahr - und ein Ausblick auf das neue.

Das wohl einschneidendste Ereignis für den Energiesektor war 2011 mit Sicherheit der Atomunfall im japanischen AKW Fukushima Daiichi. Am 11. März wurde das Kraftwerk nach einem schweren Erdbeben von einem Tsunami getroffen. Kühlwasserpumpen fielen aus, die Notstromversorgung wurde zerstört. In vier von sechs Reaktorblöcken kam es zu Wasserstoffexplosionen, in den Blöcken 1,2 und 3 zu Kernschmelzen. Große Mengen an Radioaktivität wurden freigesetzt, ganze Landstriche unbewohnbar.

Fukushima bringt den Atomausstieg

In Deutschland lösten die Bilder der explodierenden Atomreaktoren eine beispiellose Kehrtwende aus: Nur wenige Monate nach der Laufzeitverlängerung wurde der Atomausstieg beschlossen. Acht AKWs wurden sofort stillgelegt, die neun verbliebenen müssen schrittweise bis 2022 vom Netz gehen. Gleichzeitig läutete Schwarz-Gelb die Energiewende ein: Die erneuerbaren Energien sollen nun mit Nachdruck ausgebaut und die Energieeffizienz gesteigert werden. Nötig ist zudem eine massive Aufrüstung des Stromnetzes, um die dezentrale und schwankende Stromproduktion der regenerativen Energien schultern zu können. 2012 soll ein Netzausbauplan vorgelegt werden.

Der Umbau der Energieversorgung ist ein Mammutprojekt und wird sich in den kommenden Jahren auch auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Langfristig soll der weitgehende Verzicht auf fossile Energieträger allerdings die Kosten sogar drücken. Ganz kurzfristig war dagegen ein anderer Fukushima-Effekt spürbar: Zehntausende Stromkunden vollzogen ihren privaten Atomausstieg und wechselten in den Monaten nach dem Unfall in einen Ökostrom-Tarif. Mittlerweile haben sich die Wechselraten aber wieder normalisiert - Ökostrom ist ein Nischenprodukt geblieben.

Glühbirnenverbot und Effizienzklasse A+++

Mehr Energieeffizienz hat sich auch die EU auf die Fahnen geschrieben. Schrittweise verbietet Brüssel den Verkauf von herkömmlichen, stromfressenden Glühbirnen. 2011 waren die 60-Watt-Exemplare an der Reihe, im September 2012 verschwinden auch die Birnen mit bis zu 40 Watt aus den Regalen. Das Energielabel für Elektrogeräte wurde überarbeitet und gilt seit Dezember 2011 verpflichtend. Es umfasst nun auch Fernseher, für zahlreiche Geräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen wurde eine neue Effizienzklasse A+++ eingeführt. 2012 treten zudem neue Bestimmungen der Ökodesign-Richtlinie in Kraft, die Energiefresser verbieten.

Das geänderte Energiewirtschaftsgesetz, das im Zuge der Energiewende beschlossen wurde, brachte mehrere Neuerungen für Stromkunden. Seit dem Herbst 2011 können sich Verbraucher bei Streitigkeiten mit ihrem Versorger an eine unabhängige Energie-Schlichtungsstelle wenden. Ab Februar 2012 muss auf diese Möglichkeit auch auf der Stromrechnung hingewiesen werden. Gleichzeitig muss der Versorger auch Angaben zu Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit machen und den Stromverbrauch des Kunden in Relation zu einem Durchschnittsverbrauch setzen.

Schnellerer Anbieterwechsel ab dem Frühjahr

Ab April muss dann auch der Anbieterwechsel schneller über die Bühne gehen: Maximal drei Wochen sind künftig noch zulässig - gerechnet wird allerdings nicht ab dem Zeitpunkt, an dem der Kunde den Wechselantrag stellt. Die Uhr beginnt erst zu laufen, wenn der neue Anbieter den Wechsel beim Netzbetreiber anmeldet. Zudem soll der Anbieterwechsel in Zukunft auch während eines laufenden Monats möglich sein.

(mb)

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