0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Stromgroßhandel: Bundeskartellamt prüft mögliche Manipulation der Strompreise

29.12.2010 - 12:20

Das Bundeskartellamt prüft die Preise im Stromgroßhandel auf mögliche Manipulationen. Untersucht wird, ob die Energiekonzerne gezielt die Preise in die Höhe getrieben haben. Ihre Ergebnisse wollen die Ermittler Mitte Januar vorlegen.

Nach der Kritik an den Preiserhöhungen vieler Stromversorger ist jetzt auch die Preisbildung im Stromgroßhandel ins Gespräch geraten. Das Bundeskartellamt prüft bereits seit einigen Monaten, ob die deutschen Energiekonzerne zu Spitzenzeiten gezielt Kraftwerke abschalten, um den Strompreis in die Höhe zu treiben. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde dem Bonner General-Anzeiger. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen am 13. Januar 2011 vorgestellt werden. Die Preisfahnder nehmen den Stromgroßhandel der Jahre 2007 und 2008 unter die Lupe. Sie analysieren die Preisbildung in Viertelstundenschritten und suchen nach Hinweisen, ob die Erzeuger gezielt Kraftwerkskapazitäten zurückgehalten haben.

Im kommenden Jahr will die Behörde außerdem eine von der Bundesregierung beschlossene Markttransparenzstelle für Strom einrichten. Sie soll zukünftig zeitnah die Preisbildung auf dem Strommarkt überprüfen. Auch die EU will den Energieerzeugern besser auf die Finger schauen. Die Kommission hat Anfang Dezember Vorschläge zu einer Regulierung des Stromgroßhandels vorgelegt. Die Verordnung soll 2012 in Kraft treten und auch für den Gasmarkt gelten. Der Ministerrat und das EU-Parlament müssen zuvor noch zustimmen.

Unterdessen hält die Kritik an der Preispolitik der Stromversorger an. Eine Studie im Auftrag der Grünen hatte in dieser Woche die von 570 Anbietern angekündigten Preiserhöhungen als ungerechtfertigt bezeichnet und festgestellt, dass die Preise trotz der steigenden EEG-Umlage eigentlich sinken müssten. Laut Focus Online warf der nordrhein-westfälische Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) den Stromkonzernen Gewinnmaximierung auf Kosten der Bürger vor. Sein baden-württembergischer Kollege Rudolf Köberle von der CDU appellierte an die Verbraucher, über eine höhere Bereitschaft zum Wechsel ihres Stromanbieters den Wettbewerb auf dem Strommarkt anzukurbeln.

(mb)

Weitere Artikel: