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Anbieterwechsel: Was Verbraucher wissen wollen

28.11.2012 - 22:00

Angesichts der steigenden Strompreise empfehlen Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur einen Anbieterwechsel. Doch Verbraucher sind oftmals noch verunsichert. Sie wissen nicht, worauf zu achten ist, wenn der Wechsel reibungslos verlaufen soll und sie nicht Gefahr laufen wollen, ohne Strom dazustehen. Auch die aktuelle Ausgabe von Finanztest berichtet über die Möglichkeiten eines Anbieterwechsels und hat am Mittwoch dazu einen Experten-Chat mit Thomas Müller und Marion Weitemeier gestartet, bei dem ersichtlich wurde, welche Fragen die Verbrauchern derzeit besonders beschäftigen.

Anbieterwechsel bei der Nutzung von Nachtspeicheröfen, ökologisches Engagement der Anbieter, Sonderkündigungsrecht bei Laufzeitverträgen oder Bonuszahlung bei vorzeitiger Kündigung – das waren nur einige der Themenbereiche.

Tarife für Nachtspeicher

Hierzu fragte ein User, welche Möglichkeit Kunden haben, sich gegen Preiserhöhungen zu wehren. Thomas Müller antwortete darauf, dass die Grundversorger bei diesen Tarifen noch immer eine monopolartige Stellung innehaben und es daher nicht viele Möglichkeiten zum Wechsel gebe. Nur sehr wenige Anbieter würden Nachtstromtarife anbieten. Dennoch rät Müller zum Nachfragen und nerven, „damit der Wettbewerb in Gang kommt“, so der Redakteur.

Ökostrom

Beim Thema Ökostrom war von Interesse, woran erkennbar ist, dass auch wirklich ökologisches Engagement stattfindet. Hier rät Stiftung Warentest dazu, sich direkt beim Vergleich über die Filtereinstellungen nur Ökostrom-Tarife anzeigen zu lassen und auf die Zertifizierung zu achten. Auch bei den Ökostrom-Tarifen auf CHECK24, die durch einen grünen Zweig speziell gekennzeichnet sind,  werden die Zertifikate angezeigt. Besonders die Label „OK Power“ sowie „Grüner Strom Label“ garantieren, dass die Stromversorger in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren. Ein „Greenwashing“ durch den Zukauf von Emissionszertifikaten ist bei diesen Auszeichnungen nicht gestattet. Diese Tarife werden außerdem nicht angezeigt, wenn bei den Filtereinstellungen nur nachhaltige Tarife ausgewählt werden.

Bonuszahlungen

Es gab einige Fragen dazu, wann die Boni gezahlt oder nicht gezahlt werden. Sichert der Anbieter den Bonus in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch nach Ablauf von zwölf Monaten nach Lieferbeginn zu, wird er auch bei der Jahresabrechnung verrechnet. Ein Sofortbonus wird hingegen direkt nach Lieferbeginn ausgezahlt.

Sonderkündigungsrecht

Das gesonderte Recht auf vorzeitige Kündigung des Vertrags wird in den Vertragsbedingungen festgelegt. Bei Preiserhöhungen haben Kunden zwar ein gesetzlich verankertes Sonderkündigungsrecht, doch in den AGBs der Anbieter wird festgelegt, bei welchen Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht ausgeschlossen wird, so etwa bei der Erhöhung von staatlichen Preisbestandteilen wie der Mehrwertsteuer oder der EEG-Umlage.

Wer keine bösen Preisüberraschungen erleben möchte, sollte daher direkt beim Vergleich darauf achten, dass eine Preisgarantie über die gesamte Laufzeit gegeben wird und dass Abgaben wie die EEG-Umlage oder Netzentgelte, die ganz sicher zum Jahreswechsel ansteigen, bereits berücksichtigt wurden.

Wechsel-Tipps

Einige User wollten wissen, worauf sie besonders achten sollen. Es empfiehlt sich bei einem Vergleich der Stromtarife, die Filtereinstellungen zu nutzen. So kann sichergestellt werden, dass die angezeigten Tarife auch wirklich den eigenen Wünschen und Anforderungen entsprechen. Außerdem wird davon abgeraten, Pakettarife zu wählen, wenn der eigene Verbrauch nicht sehr punktuell vorausgesagt werden kann. Denn ansonsten laufen Verbraucher Gefahr, nachzahlen zu müssen oder gar für ungenutzte Kilowattstunden zu zahlen.

Auch von Tarifen mit Vorauskasse wird in der Regel abgeraten, da bei einer möglichen Insolvenz des Anbieters das finanzielle Risiko beim Verbraucher liegt. Wurde in dem Fall jedoch eine monatliche Abschlagszahlung festgelegt, wird allerhöchstens eine Abschlagszahlung zu viel einkassiert.

(rfi)

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