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Strom-Jahresrückblick 2014: EEG-Reform, Atomausstieg und Ökostrom-Boom

31.12.2014 - 12:55

Steigt die EGG-Umlage erneut? Lohnen sich Solaranlagen auf dem eigenen Dach? Wer zahlt den Atomausstieg? Diese und andere Fragen bewegten die Stromverbraucher im Jahr 2014.

Die gute Nachricht zuerst: Die EEG-Umlage wird 2015 das erste Mal seit ihrer Einführung von aktuell 6,24 Cent pro Kilowattstunde auf 6,17 Cent sinken. Doch der Wehrmutstropfen folgt zugleich: Die Preissenkung wird nur geringfügig an die Verbraucher weitergegeben. Auch die EEG-Reform hielt die Stromkunden auf Trab. Viele Verbraucher befürchteten, dass sie mit den neuen Regelungen auch für selbst erzeugten Solarstrom tiefer in die Tasche greifen müssten. Und genau diese Bedenken haben sich erfüllt: Denn seit August 2014 müssen zum Beispiel Mieter in Gebäuden mit Solaranlagen die volle EEG-Umlage bezahlen. Bis dato war die Umlage für sie um zwei Cent reduziert. Nicht nur das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz sorgte für Wirbel, auch der Atomausstieg könnte auf Kosten der Steuerzahler gehen.

Wer zahlt den Atomausstieg?

Die Bundesregierung plant den endgültigen Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Doch wer die Kosten dafür trägt, ist noch nicht endgültig geklärt. So planten die großen Energieversorger Eon, RWE und EnBW im Mai dieses Jahres eine öffentlich-rechtliche Stiftung einzurichten, in der sie sämtliche Atomgeschäfte auslagern wollten. Damit läge das finanzielle Risiko beim Bund und der Steuerzahler würde letztlich zur Kasse gebeten werden. Bund und Länder kritisierten den Vorstoß. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte, dass der Rückbau der Atommeiler allein von den Energieversorgern getragen werden müsse.

 

Die Kosten für den Rückbau von rund 200 Atomkraftanlagen weltweit werden sich bis 2040 auf etwa 80, 4 Milliarden Euro belaufen. Zu diesem Ergebnis kam die Internationale Energieagentur (IEA) vergangenen November. Die IEA geht davon aus, dass viele Länder sich aufgrund des Ausstiegs verschulden werden. Wie Deutschland das Atom-Aus finanziert, wird das neue Jahr zeigen.

Ökostrom im Vormarsch

Der Atomausstieg ist eines der zentralen Themen der Energiewende. Aber auch die Reduzierung der Kohleverstromung steht auf dem Plan, um das deutsche Klimaziel zu erreichen. Bis 2020 hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken. Um dies zu erreichen, sehen Energieexperten nur einen Weg: Kohlekraftwerke abschalten und die Erneuerbaren noch mehr fördern. Ein erster Schritt scheint schon getan, denn in den ersten neun Monaten dieses Jahres floss erstmals mehr Ökostrom als Braunkohlestrom durch deutsche Netze. Somit löst der grüne Strom den bisherigen Hauptenergielieferanten Braunkohle ab. Auch der selbst erzeugte Ökostrom nimmt immer mehr zu. So nutzen mittlerweile acht Prozent der deutschen Haushalte Strom aus eigenen Solaranlagen.

Die EEG-Umlage sinkt, aber die Strompreise bleiben hoch

Obwohl die Ökostrom-Umlage 2015 das erste Mal sinken wird, werden die Stromkunden nicht viel von den Preissenkungen mitbekommen. Wie eine CHECK24-Analyse zeigt, senkt nur jeder dritte Strom-Grundversorger seine Preise. Deshalb raten Verbraucherschützer auch für das kommende Jahr zum Stromanbieterwechsel. Nur ein Anbieterwechsel bringt tatsächliche Ersparnis.

 

Da nicht nur der Preis allein entscheidet, sollten sich Verbraucher vor dem Wechsel gut über die verschiedenen Stromanbieter informieren. Orientierungshilfe bieten die Kundenbewertungen und die Stromanbieterstudie. CHECK24 prüft jedes Jahr den Service und die Vertragsbedingungen der marktaktivsten Versorger. Dieses Jahr konnten ESWE, Mainova, Lichtblick und Strom.Manufaktur punkten. Wer im nächsten Jahr das Rennen macht, wird die neue Studie im Jahr 2015 zeigen.

(sst)

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