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Stresstests: EU will die Sicherheit der Atomkraftwerke prüfen

25.03.2011 - 17:31

Die EU hat Stresstests für Atomkraftwerke beschlossen. Bis zum Jahresende sollen Ergebnisse zur Sicherheit der Anlagen vorliegen. Auch Reaktoren in den Nachbarländern sollen auf den Prüfstand kommen. Die Teilnahme ist allerdings freiwillig. Unterdessen wurde erstmals Strahlung aus dem havarierten japanischen AKW Fukushima I in Deutschland gemessen. Die Werte sind für Menschen jedoch unbedenklich.

Nach den Banken und dem geplanten Stuttgarter Bahnhof sind jetzt die Atomkraftwerke dran: Mit Stresstests soll ihre Funktionsfähigkeit bei extremen Belastungen überprüft werden. Damit zog der EU-Gipfel in Brüssel die Konsequenzen aus dem  Atomunfall in Japan. Geprüft werden soll unter anderem der Schutz gegen Erdbeben, Hochwasser oder mögliche Terroranschläge. Ergebnisse soll es bis zum Jahresende geben, so Gipfelchef Herman van Rompuy laut ARD. Bei Defiziten sollen die Meiler nachgerüstet oder abgeschaltet werden - erzwingen kann die EU das aber nicht. Auch Nicht-EU-Staaten sollen eingeladen werden, ihre Meiler den Stresstests zu unterziehen.

Allerdings: Die Testkriterien stehen noch noch nicht fest. Sie sollen von der EU gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten erarbeitet werden und bis Juni vorliegen. Außerdem sind die Stresstests nicht verpflichtend - die Teilnahme ist freiwillig. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, zeigte sich deshalb kritisch. "Die Stresstests sind eine berechnende Beschwichtigungsstrategie der Regierungen, die sich durchmogeln wollen", sagte sie SPIEGEL ONLINE. "Der gesamte Prozess wird folgenlos bleiben." Bundeskanzlerin Merkel nannte den Beschluss dagegen einen weitgehenden Schritt zu mehr Sicherheit.

Unterdessen sind erstmals strahlende Partikel aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima I in Deutschland nachgewiesen worden. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden von drei hochempfindlichen Messinstrumenten geringste Spuren von radioaktivem Jod nachgewiesen. Mit einem fünftausendstel Becquerel pro Kubikmeter Luft sei die Menge jedoch mehr als eine Million Mal niedriger als die Dosis, die ein Mensch durch die natürliche Strahlung pro Jahr erhalte, gab die Behörde Entwarnung. Deutsche Stromkunden verlangen unterdessen verstärkt nach Ökostrom. Zwei Wochen nach der Katastrophe in Japan wählen rund zwei Drittel der Verbraucher, die ihren Stromanbieter wechseln, einen Öko-Tarif.

(mb)

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