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Solarbranche verlangt Kürzung der Solarstrom-Förderung

03.01.2011 - 15:27

Es ist eine eher ungewöhnliche Forderung an die Bundesregierung: Die Solarbranche verlangt eine Kürzung der Förderung für die eigenen Produkte. Dadurch soll verhindert werden, dass die Förderkosten für Solarstrom die Strompreise explodieren lassen und die gesamte Ökostrom-Förderung in Frage gestellt werden könnte.

Die Solarbranche geht zur Vorwärtsverteidigung über. Angesichts der massiven Kritik an den explodierenden Förderkosten für Solarstrom verlangen Branchenvertreter jetzt eine Kürzung der eigenen Subventionen von der Bundesregierung. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland hat die Solarindustrie der Bundesregierung vorgeschlagen, dass die Fördersätze nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bereits ab dem Sommer sinken sollen, wenn im Frühjahr zu viele neue Solaranlagen gebaut wurden. Zukünftig soll es außerdem alle drei Monate Abschläge bei der Förderung geben, die sich nach dem Zubau richten. Dieser Vorschlag ist zwar ein Sägen am eigenen Subventions-Ast – aber auch ein Versuch, ein noch stärkeres Zurückstutzen der Förderung zu verhindern.

Denn es ist unstrittig, dass die Erhöhung der EEG-Umlage zum 1. Januar 2011 um rund 1,5 Cent pro Kilowattstunde zu großen Teilen auf den Solarboom des vergangenen Jahres zurückgeht. Und das, obwohl die Solarenergie nur relativ wenig zur Stromversorgung beiträgt. Auch in den kommenden Jahren erwarten Energieexperten ein weiteres starkes Anwachsen. Sie warnen vor einer Kostenexplosion für die Verbraucher und einer schwindenden Akzeptanz in der Bevölkerung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien insgesamt. Dass die Photovoltaik-Förderung zusammengestrichen wird, ist also absehbar. Die Frage ist nur noch, wann und wie stark. Ein langsames Abschmelzen in Vierteljahresschritten kann da durchaus das kleinere Übel sein als ein extremer Schnitt zu einem späteren Zeitpunkt.

Außerdem wird die Situation der Solarbranche durch die Preispolitik vieler Stromanbieter noch verschärft. Allein im Januar haben 530 Grundversorger ihre Preise angehoben, weitere wollen im Februar und März nachziehen. Als Begründung wird in fast allen Fällen der Anstieg der EEG-Umlage genannt. Das trifft nach einer Studie im Auftrag der Grünen zwar nicht zu und hat zu Aufrufen von Spitzenpolitikern an die Bürger geführt, den Stromanbieter zu wechseln. In den Augen vieler Verbraucher steht die Solarindustrie aber trotzdem als Preistreiber Nummer eins da. Auch deshalb dürfte die Bereitschaft in der Solarindustrie zugenommen haben, kurzfristig auf Fördermittel zu verzichten.

(mb)

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