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Solarstrom: Bayern verdient mit EEG-Umlage Geld, NRW zahlt drauf

06.12.2010 - 12:24

Vom Solarstrom profitieren vor allem Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Weil in diesen Bundesländern besonders viel Solarenergie erzeugt wird, erhalten sie über die EEG-Umlage mehr Geld zurück, als ihre Bürger einzahlen. Größter Verlierer ist dagegen Nordrhein-Westfalen.

Solarstrom ist ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor geworden. Mit der grünen Energie werden inzwischen gewaltige Summen bewegt. Unter anderem von Nordrhein-Westfalen nach Bayern. Denn während der weiß-blaue Freistaat mit Solarstrom unterm Strich rund eine Milliarde Euro verdient, muss NRW rund 1,3 Milliarden draufzahlen. Das geht aus einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel hervor, der sich auf Zahlen des Branchenverbandes BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) beruft.

Grund ist die unterschiedliche Verteilung der Photovoltaikanlagen über die einzelnen Bundesländer. Deren Betreiber erhalten eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom, die über dem Marktpreis liegt. Die Kosten dafür werden gleichmäßig auf alle Stromverbraucher in Deutschland aufgeteilt und als EEG-Umlage vom Stromanbieter auf die Rechnung aufgeschlagen. Weil in Bayern überproportional viel Solarstrom erzeugt wird, fließt unterm Strich mehr Geld aus diesem Fördertopf in den Freistaat als seine Bürger einzahlen. Ebenso in Niedersachsen und Schleswig-Holstein und umgekehrt in NRW.

Für den einzelnen Stromkunden ist diese Rechnung allerdings wenig von Belang. Denn es profitieren nicht alle Einwohner eines Bundeslandes von der Umverteilung, sondern nur die Solarstromproduzenten. Auch die meisten Einwohner Bayerns zahlen also für die Solarstrom-Förderung drauf. Für sie ist eher interessant, ob der Solar-Boom in den kommenden Jahren weiter anhalten wird und ob die Regierung die Solarförderung weiter zurückschraubt. Sonst wird die EEG-Umlage und damit auch die Stromrechnung weiter ansteigen – in Düsseldorf und Köln genauso wie in München und Garmisch.

(mb)

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