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Sonne for rent - Solaranlage mieten statt kaufen

28.09.2015 - 17:14

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Strom erzeugen, selbst nutzen und sich damit von Strompreiserhöhungen der Versorger unabhängiger machen. Doch viele Verbraucher können die Investitionen nicht stemmen oder wohnen in einem Mietshaus, für das sie gar keine eigene Solaranlage kaufen dürfen. Hier gibt es seit einiger Zeit schon ein alternatives Modell: Mieten statt kaufen.

Einige Dienstleister haben sich auf dieses Geschäftsmodell inzwischen spezialisiert. Diese vermieten die Anlage und übernehmen alle notwendigen Formalitäten. Einer der ersten Anbieter für diese Dienstleistung war nach Angaben der Süddeutschen Zeitung (SZ) in einem Bericht vom 4. August 2015 der Versorger N-Ergie aus Nürnberg. Aber auch größere Unternehmen, wie beispielsweise EnBW haben die Vorteile erkannt.

Vorteile für Stromkunden

Es funktioniert grundsätzlich ganz einfach: Kunden pachten eine Photovoltaikanlage, zahlen monatlich einen festgelegten Betrag und dürfen im Gegenzug den erzeugten Strom nutzen. Überschüssige elektrische Energie hingegen kann ins Stromnetz eingespeist werden. Die teuren Finanzierungskosten für eine eigene Anlage entfallen. Und das Risiko für möglicherweise falsch montierte Module müssen nicht die Kunden tragen.

Vorteile für Energieunternehmen

Aber auch für die Dienstleister bringt dieses Modell Vorteile – vor allem, wenn es sich um Energieunternehmen handelt, die selbst als Stromanbieter auf dem Markt auftreten. „Für die Energieversorger ist das interessant, weil auf diese Weise eine sehr enge Kundenbindung entsteht, denn die Verträge laufen meist über 18 Jahre“ erklärte Konstantin Schöne von N-Ergie gegenüber der SZ. Außerdem wirke es sich positiv aufs Image aus, so Schöne weiter.

Von Strompreissteigerungen unabhängiger werden

Kunden, die mit diesem Modell viel Geld bei der Stromrechnung sparen wollen, sollten nicht allzu enttäuscht sein. Denn der Strom der Anlage kann schließlich nur dann genutzt werden, wenn auch die Sonne scheint. Der Strom, der in der übrigen Zeit gebraucht wird, muss weiterhin beim Stromanbieter bezogen werden. Doch: Je teurer Strom in der Zukunft wird, desto mehr rentiert sich auch die gemietete PV-Anlage.

Stromspeicher optimieren das Pachtmodell

Mit einem Stromspeicher wird der Stromertrag noch optimiert – 70 bis 80 Prozent des Sonnenstroms können damit genutzt werden. Ohne Speicher sind es üblicherweise etwa 30 Prozent. Daher ist der Einbau von Speichern derzeit noch vergleichsweise teuer. Hier sollten Interessenten gründlich prüfen, ob sich die Mehrausgaben lohnen.

Mit günstigem Stromanbieter sparen

Wer das Pachtmodell interessant findet, aber auf den Speicher noch verzichten möchte, könnte sich nach einem besonders günstigen Stromanbieter umsehen, um im Jahr noch ein paar Hundert Euro rauszuschlagen. Einfach Preise vergleichen, den Anbieter wechseln und sich auf das Gesparte freuen.
(rfi)
 

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