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Neue Sicherheitskriterien machen dauerhafte Abschaltung der Alt-AKW wahrscheinlicher

31.03.2011 - 15:32

Die endgültige Abschaltung der Alt-AKW wird immer wahrscheinlicher. Die Reaktorsicherheitskommission kündigte an, bei ihrer Überprüfung auch den Schutz vor Flugzeugabstürzen zu untersuchen. Die Betonhüllen der älteren Kernkraftwerke bieten aber keinen ausreichenden Schutz gegen Verkehrsflugzeuge. Eine Nachrüstung wäre unwirtschaftlich.

Den sieben vorübergehend abgeschalteten Atommeilern droht das endgültige Aus. Die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) habe einen neuen Anforderungskatalog für die deutschen AKWs verabschiedet, erklärte ihr Vorsitzender Rudolf Wieland laut Medienberichten. Demnach soll auch der Schutz vor Flugzeugabstürzen bei den Sicherheitsüberprüfungen unter die Lupe genommen werden. Weil die älteren Atomkraftwerke nach Meinung vieler Experten keine ausreichend dicken Hüllen zum Schutz gegen Verkehrsflugzeuge haben, könnten sie für immer stillgelegt werden. Eine Nachrüstung der Reaktorhüllen würde sich nach Schätzung von Experten kaum lohnen.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen wollte sich aber noch nicht auf das Aus für die älteren Atomkraftwerke festlegen. Er will die Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfungen abwarten. Neben dem Schutz vor Flugzeugabstürzen wollen die Experten unter anderem die Sicherheit bei Erdbeben, Hochwasser, anderen naturbedingten Einwirkungen, aber auch die Themen Terrorangriffe und Störfälle in benachbarten Kraftwerksblöcken untersuchen. Auf die Agenda soll auch die Frage kommen, wie die wichtigsten Funktionen im Meiler bei einem langdauernden Stromausfall erhalten und defekte Notstromdiesel ersetzt werden können.

Die RSK ist eines von zwei Expertengremien, die sich im Auftrag der Bundesregierung bis Mitte Juni mit der Sicherheit der Kernkraft befassen sollen. So lange gelten das Moratorium für die Laufzeitverlängerung und die vorübergehende Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke. Während die RSK für technische Fragen und die Sicherheitschecks verantwortlich ist, soll sich eine Ethikkommission mit den gesellschaftlichen Risiken der Atomkraft auseinandersetzen. Eine endgültige Entscheidung über die zukünftige Versorgung mit Strom können allerdings beide Gremien nicht treffen - sie muss in der Politik fallen.

(mb)

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