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Rückblick 2013 – Strompreisanstieg, EEG-Reform, Industrierabatte

30.12.2013 - 16:55

Jetzt ist das Jahr 2013 so gut wie vorbei – Ein guter Zeitpunkt, um einmal zurück zu blicken auf ein Jahr, in dem sich in Sachen Energiewende und Stromversorgung viel getan hat. Was hat sich alles auf den Märkten für Strom und Gas getan? Wie haben sich die Strom- und Gaspreise entwickelt? Und welchen Einfluss hatte die Bundestagswahl auf den deutschen Energiemarkt? Lesen Sie nachfolgend einen kurzen Rückblick auf 2013.

Das Jahr 2013 begann mit einem deutlichen Anstieg der Strompreise – mehr als 750 der insgesamt rund 1.000 Stromanbieter erhöhten zum Januar und Februar 2013 ihre Preise. Begründet wurde dieser Schritt von den meisten Versorgern vor allem mit gestiegenen staatlichen Abgaben. Allen voran: die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese EEG-Umlage machte zum letzten Jahreswechsel einen deutlichen Sprung von zuvor 3,59 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 5,28 Cent.

Strompreisentwicklung 2013

Über das Jahr verteilt zogen dann weitere Stromanbieter nach, so dass sich der Strompreis um durchschnittlich 13 Prozent verteuert hat. Neben der EEG-Umlage gab es jedoch auch weitere staatliche Kosten, die den Strompreis beeinflusst haben. Unter anderem wurde eine neue Abgabe eingeführt: die Offshore-Umlage. Mit dieser Haftungsumlage sollen Stromkunden an den Kosten für mögliche Entschädigungszahlungen von Netzbetreibern an Offshore-Windpark-Betreiber beteiligt werden. Aber auch Netzentgelte wurden vielerorts angehoben.

Dennoch blieben 2013 viele Stromkunden ihrem Grundversorger treu – fast vierzig Prozent aller Deutschen zahlen auf diese Weise mehr für Strom als sie mussten. Sie haben oftmals Angst, dass bei einem Wechsel des Stromanbieters etwas schief gehen könnte. Sei es, weil der Strom abgeschaltet werden könnte oder dass der neue Stromanbieter pleitegeht. Dabei wird per Gesetz in Deutschland sichergestellt, dass die Stromversorgung nicht aufgrund des Wechsels ausfallen  darf. Und wer sich nicht gerade einen Strom- oder Gastarif mit Vorauskasse-Zahlung auswählt, hat selbst bei einer Insolvenz des Strom- oder Gasanbieters – wie im Falle von Flexstrom im April 2013 geschehen – nicht zu befürchten, dass er im Dunkeln sitzen oder das gesamte gezahlte Geld abschreiben muss.

Das EEG unter Beschuss

Das EEG war in diesem Jahr auch den Wettbewerbshütern der EU-Kommission ein Dorn im Auge, weil die Ausnahmeregelungen für die stromintensive Industrie möglicherweise eine unerlaubte staatliche Beihilfe darstellen. Seit Mitte Dezember 2013 hat die EU-Kommission bezüglich dieser Ausnahmen ein Beihilfeverfahren gegen Deutschland eröffnet.

Daneben steht auch die Einspeisevergütung im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Denn sie sorgt unter anderem dafür, dass das EEG-Konto in den letzten Jahren immer weiter ins Minus gerutscht ist. Ende November  2013 wies es zwar „nur“ noch ein Soll von knapp 900 Millionen Euro auf – doch im Januar war es noch mit rund 2,3 Milliarden Euro im Minus.

Neue Gesetze

Auch der bis zum Amtsantritt der neu gewählten Minister zuständige Umweltminister Peter Altmaier (CDU) konnte das Minus auf dem EEG-Konto nicht verhindern. Dabei hatte er in den ersten Monaten des Jahres noch eine Strompreisbremse geplant, die den weiteren Anstieg der EEG-Umlage und damit auch der Strompreise abwenden sollte. Der Umweltminister konnte dennoch einige Erfolge verbuchen: Nicht nur konnte in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium das Bundesbedarfsplangesetz auf den Weg gebracht werden, wodurch der Netzausbau beschleunigt werden soll. Auch wurde während seiner Amtszeit das Zurückhalten von Verschmutzungsrechten auf EU-Ebene beschlossen. Zudem trat ein Endlagersuchgesetz in Kraft, das die Frage der Atommülllagerun neu regeln soll.

Energieerzeugung 2013

2013 war trotz Energiewende das Jahr der Kohlekraftwerke. Sie erlebten dank des Atomausstiegs eine regelrechte Renaissance. Die Leistung von acht stillgelegten Kernkraftwerken musste aufgefangen werden. Bereits im März teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) mit, dass 2013 insgesamt mehr als 5.300 Megawatt an Leistung durch Steinkohlekraftwerke erbracht werden würde. Laut einer aktuellen Statistik der AG Energiebilanzen machten Stein- und Braunkohle 2013 insgesamt einen Anteil von fast 50 Prozent bei der Energieerzeugung in Deutschland aus.

(rfi)

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