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Ökostrom: Zertifikate im Marktcheck

03.02.2016 - 15:58

In Deutschland beziehen mehr als sieben Millionen Haushalte Ökostrom. Mittlerweile bieten selbst die kleinsten Stadtwerke einen Ökotarif an. Doch oft versteckt sich hinter dem angeblich grünen Strom nur umetikettierter Graustrom. Um einen Tarif mit wirklichem Umweltnutzen zu finden, sollten Verbraucher auf Ökostromzertifikate achten. Wir stellen die bekanntesten Labels vor.

Ökostrom ist kein geschützter Begriff

Ökostromlabel im Test
Gute Ökolabel garantieren einen zusätzlichen Umweltnutzen.
Auf dem Strommarkt wimmelt es inzwischen von Ökostromangeboten, aber nicht alle Produkte sind so grün, wie es die Anbieter versprechen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Ökolabel. In einer aktuellen Untersuchung hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen insgesamt zwölf Ökostromsiegel genauer betrachtet. Dabei stuften die Verbraucherschützer nur wenige der Label als empfehlenswert ein. Im Mittelpunkt des Marktchecks stand der tatsächliche ökologische Mehrwert der Gütesiegel. Nur zwei Zertifikate konnten demnach wirklich überzeugen: das Ok-Power-Siegel und das Grüner-Strom-Label.

Sehr empfehlenswert: Grüner-Strom-Label

Das beste Ergebnis erzielte das Grüne-Strom-Label. Die Verbraucherschützer stuften es als „sehr empfehlenswert“ ein, da der Umweltnutzen im Vordergrund steht. Die geförderten Projekte im In- und Ausland werden auf der Website des Labels übersichtlich auf eine Landkarte dargestellt. Bereits seit 1998 wird das älteste Ökozertifikat Deutschlands vergeben. Mit einem Cent pro Kilowattstunde liegt der Förderbetrag zum Ausbau erneuerbarer Energien höher als bei allen anderen Zertifikaten. Dabei werden sowohl die Ökostromerzeugung als auch die Entwicklung von Stromspeichern oder intelligenten Netzen unterstützt. Optional können sich die Energieversorger auch die regionale Herkunft des Stroms durch das Siegel bestätigen lassen.

Empfehlenswert: Ok-Power-Label

Das Ok-Power-Gütesiegel steht für Ökostrom mit echtem Umweltnutzen. Es wird von dem unabhängigen gemeinnützigen Verein EnergieVision e.V. vergeben, zu dessen Gründungsmitgliedern unter anderem WWF zählt. Um das Siegel zu erhalten, müssen Anbieter folgende Kriterien erfüllen: der Strom muss aus 100 Prozent erneuerbaren Energien stammen, der Anbieter muss den Ausbau grüner Kraftwerke fördern, die keine staatliche Förderung erhalten. So wird Doppelförderung ausgeschlossen. Zudem müssen die Anlagen aus dem der Ökostrom stammt weitere Umweltkriterien erfüllen. Windräder dürfen nicht in Naturschutzgebieten liegen, flüssige Biomasse muss aus Europa stammen und Strom aus Deponiegas ist ausgeschlossen, da Schadstoffe freigesetzt werden. Im Test der Verbraucherzentrale wurden diese strengen Umweltkriterien positiv bewertet und so erhielt das Zertifikat das zweitbeste Testergebnis.

Die verschiedenen TÜV-Siegel

Viele Ökostromprodukte sind TÜV-zertifiziert, die Siegel werden allerdings von verschiedenen Anbietern vergeben. Als „bedingt empfehlenswert“ gingen die Zertifikate des TÜV Nord und des TÜV Süd aus dem Test hervor. Bei beiden Zertifizieren ist nicht erkenntlich, welche Umweltprojekte gefördert werden. Zudem gibt es keine externe Kontrolle der Kriterien und die Stromanbieter müssen keine Herkunftsnachweise erbringen. Der zusätzliche Mehrwert für Umwelt und Klima ist demnach nicht gewährleistet. Das Siegel des TÜV Rheinland werten die Prüfer als „nicht empfehlenswert“. Die Kriterien des Zertifikats sind nicht klar definiert, ein nachhaltiger Umweltnutzen wird nicht garantiert.

Ökostromvergleich: Ein genauer Blick lohnt sich

Auch das Renewable Plus-Label fällt in der Wertung der Verbraucherzentrale Niedersachsen durch. Hier konnte ebenfalls kein ökologischer Mehrwert festgestellt werden. Verbraucher sollten bei der Wahl eines Ökostromtarifs genau auf die Ökostromzertifikate achten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Tarif wählen, der mit dem Grüner-Strom-Label oder dem Ok-Power-Label ausgezeichnet ist. Beide Zertifikate garantieren grünen Strom mit einem zusätzlichen Umweltnutzen. Um ein passendes Angebot zu finden, können Sie den Ökostromvergleich nutzen und den Menüpunkt „nachhaltig“ anklicken, so erhalten Sie garantiert Ökostrom mit Mehrwert.

(sst)

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