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Ökostrom: Umweltministerium bewertet EEG-Umlage als zu hoch

01.03.2011 - 11:51

Die deutschen Stromverbraucher bezahlen in diesem Jahr zu viel für die Ökostrom-Förderung. Das Bundesumweltministerium hält die EEG-Umlage für zu hoch. In den kommenden beiden Jahren werde die Belastung kaum zunehmen, so die Prognose. Auch die Strompreise insgesamt sollen demnach nur noch wenig steigen.

Die Kosten für die Ökostrom-Förderung sind geringer als angenommen. Das Bundesumweltministerium erklärte laut focus.de auf eine Anfrage der Grünen, die EEG-Umlage sei offenbar zu hoch berechnet worden. Mindestens bis 2013 rechne man mit nicht weiter steigenden Belastungen durch die Ökostrom-Förderung, so die parlamentarische Staatssekretärin Katharina Reiche. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung war Anfang des Monats bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Photovoltaik-Zubau überschätzt

Die EEG-Umlage wird von den Netzbetreibern festgelegt. Am 1. Januar 2011 stieg sie um rund 70 Prozent auf rund 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Ein Durchschnittshaushalt zahlt damit jetzt rund 120 Euro jährlich für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Den Berechnungen zufolge haben sich die Netzbetreiber aber vor allem bei der Photovoltaik verschätzt: Sie gingen von einem Zubau von 9,5 Megawatt Leistung im Jahr 2010 aus - tatsächlich waren es laut Umweltministerium aber nur rund sieben Megawatt. Der Betrag, den die Stromkunden jetzt zu viel einzahlen, muss bei der Festlegung der EEG-Umlage 2012 berücksichtigt werden - sie könnte deshalb sogar sinken.

Dazu kommt, dass die EEG-Fördersätze in den kommenden Jahren zurückgefahren werden. Bei der Photovoltaik wurde die Kürzung wegen des starken Zubaus sogar auf den Sommer 2011 vorgezogen. Zusätzlich dämpft die Öko-Energie den Anstieg der Strompreise: Weil der grüne Strom laut Gesetz vorrangig eingespeist werden muss, geht nach den Gesetzen des Marktes das jeweils teuerste konventionelle Kraftwerk vom Netz. Zudem rechnen Experten bei herkömmlichen Kraftwerken in Zukunft mit Mehrkosten durch höhere Brennstoffpreise, die Kernbrennelementesteuer oder den Emissionshandel - Ausgaben, die bei Öko-Kraftwerken nicht anfallen.

Prognose: EEG-Umlage steigt bis 2020 kaum noch

Maximal um 0,1 Cent pro Kilowattstunde werde die EEG-Umlage bis 2020 noch steigen, der Strompreis insgesamt um höchstens fünf Prozent, prognostiziert das DIW. Ob sie hält, ist aber noch offen. Denn die Stromnetze müssen für den grünen Strom massiv ausgebaut werden. Die Preisbildung auf den Energiemärkten ist kompliziert. Und die EU will in Zukunft auch noch ein Wörtchen mitreden. Allerdings: Schon jetzt kommen die erneuerbaren Energien auf eine ungefähr ausgeglichene Kostenbilanz, so der Spiegel unter Berufung auf das Umweltbundesamt. Das ist allerdings auf der Stromrechnung nicht ausgewiesen: Das UBA hat in seiner Rechnung Schäden an Klima und Gesundheit durch die Abgase herkömmlicher Kraftwerke mit eingepreist.

(mb)

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