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Ökostrom-Einspeisung erhält Vorfahrt von der Bundesnetzagentur

20.04.2011 - 11:57

Die Bundesnetzagentur gibt dem Ökostrom auch bei einer drohenden Netzüberlastung Vorfahrt. In diesem Fall sollen zuerst konventionelle Kraftwerke ihre Einspeisung drosseln. Das geht aus einem neuen Leitfaden zum EEG-Einspeisemanagement der Behörde hervor.

Bahn frei für den grünen Strom! Unter diesem Motto steht der neue Leitfaden der Bundesnetzagentur zum EEG-Einspeisemanagement. Er soll einen Widerspruch im System der Ökostrom-Förderung beseitigen: Denn zum einen unterstützen die Verbraucher über die EEG-Umlage mit Milliardenbeträgen den Bau von neuen Windrädern - andererseits müssen sie ausgerechnet dann, wenn sie besonders viel Strom produzieren, immer wieder gedrosselt oder ganz vom Netz genommen werden, weil die Leitungen überlastet werden könnten. Dafür werden Stromkunden gleich nochmal zur Kasse gebeten, denn die dann fälligen Entschädigungszahlungen an die Windmüller lassen die Netzentgelte steigen.

Das soll sich jetzt ändern: Bei Netzengpässen sollen zukünftig zuerst Kohle- und Gaskraftwerke sowie Atommeiler ihre Leistung reduzieren müssen. Erst danach sollen dann auch Öko-Kraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sowie Grubengasanlagen abgeregelt werden. Für deren Betreiber ist das ein wichtiger Schritt, denn die Netzkonflikte werden nach Expertenmeinung weiter zunehmen. Dafür sorgen die zunehmenden Ökostrom-Mengen, aber auch die Abschaltung mehrerer Atommeiler im Zuge des Atomkraft-Moratoriums sowie für Wartungsarbeiten. Bundesnetzagentur-Chef Matthias Kurth plädierte deshalb bei der Veröffentlichung des Leitfadens für einen raschen Netzausbau. Das Abregeln von Kraftwerken müsse eine Ausnahmesituation bleiben.

Im Jahr 2009 waren nach Angaben der Bonner Behörde fast nur Windkraftanlagen von einer Drosselung wegen drohender Netzüberlastung betroffen. Zahlen für das Jahr 2010 liegen noch nicht vor. 74 Gigawattstunden Ökostrom konnten deswegen nicht ins Netz eingespeist werden. Bezogen auf die Gesamteinspeisung von EEG-Anlagen entsprach dies zwar einem Anteil von nur 0,2 Prozent. Allerdings sollen Windräder laut Energiekonzept der Bundesregierung in Zukunft einen bedeutenden Teil der Stromversorgung übernehmen.

(mb)

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