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Wegen Netzausbau: Oettinger kündigt höhere Strompreise an

09.02.2011 - 12:58

Der Ausbau der europäischen Energienetze wird für die Verbraucher zu höheren Strompreisen führen. EU-Energiekommissar Oettinger kündigte eine Preissteigerung von ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde an. Auch Bundesumweltminister Röttgen will den Betreibern für den Netzausbau höhere Renditen zugestehen.

Stromkunden müssen sich auf einen neuen Kostentreiber gefasst machen - den Netzausbau. In der vergangenen Woche vereinbarten die EU-Mitgliedsstaaten, ihre Gas- und Stromnetze zu einem leistungsfähigen Verbund zu erweitern. 200 Milliarden Euro bis 2020 soll das laut EU-Energiekommissar Günther Oettinger kosten. Bezahlen sollen die Rechnung die Verbraucher: Um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde müssen die Strompreise laut Oettinger dafür steigen. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden Strom würde das jährliche Mehrkosten von bis zu 100 Euro bedeuten.

Die Energiekonzerne könnten die Last des Ausbaus nicht allein tragen, sagte Oettinger gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Sie seien im internationalen Vergleich höchstens mittelgroß, ihre Wettbewerbsfähigkeit dürfe nicht gefährdet werden. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen kündigte bereits an, bei der Regulierung der Netzentgelte höhere Renditen zulassen zu wollen, um den Unternehmen Geld zum Netzausbau zur Verfügung zu stellen.

Durch den Netzausbau will Europa drei Ziele erreichen: Erstens sollen Kapazitäten für Ökostrom aufgebaut werden. Die grüne Energie wird nicht in Kraftwerken nahe der Ballungsräume produziert, gleichzeitig schwanken die entstehenden Mengen abhängig von Wind und Sonne. Deshalb werden mehr Leitungen gebraucht, sonst drohen laut Oettinger schon bald Stromausfälle. Zweitens soll die Versorgungssicherheit der Mitgliedsstaaten steigen, weil sie in ein dichtes Netz eingebunden werden. Und drittens ist der angestrebte Energiebinnenmarkt nur denkbar, wenn Strom und Gas ohne Engpässe im Netz frei gehandelt werden können. Das soll den Wettbewerb ankurbeln - und langfristig für niedrigere Preise sorgen.

(mb)

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