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Kommunale Kooperation: Sechs Versorger gründen Stadtwerke Union Nordhessen

09.03.2011 - 13:38

Gemeinsam statt einsam: Sechs Regionalversorger haben sich zur Stadtwerke Union Nordhessen zusammengeschlossen. Sie wollen die Versorgungsstrukturen weiterentwickeln, andere Kommunen bei der Gründung eigener Stadtwerke unterstützen und den Ausbau erneuerbarer und dezentraler Energien für Nordhessen vorantreiben. Erstes Projekt der Kooperation soll der gemeinsame Aufbau von Ladestationen für Elektroautos sein.

Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Homberg (Efze), Kassel, Witzenhausen und Wolfhagen - diese Orte haben ab sofort etwas gemeinsam: Ihre lokalen Versorgungsunternehmen kooperieren in der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN). Nachdem die Stadt- und Gemeindeparlamente der sechs Kommunen der Gründung und dem Beitritt ihres Stadtwerkes zugestimmt hatten, wurde jetzt der Gründungsvertrag unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie die kommunalen Versorgungsstrukturen weiterentwickeln, andere Kommunen bei der Gründung eigener Stadtwerke unterstützen und den Ausbau der erneuerbaren Energien und einer dezentralen Versorgung vorantreiben.

Die Vorteile der Kooperation für die Partner: Kompetenzen, Know-How und Ressourcen müssen nicht sechsmal nebeneinander aufgebaut werden. Stattdessen soll jedes Unternehmen auf Erfahrungen und Dienstleistungen der SUN-Mitglieder zurückgreifen können. Das ist besonders beim Betrieb von Gas- und Stromnetzen wichtig, die für die zunehmende Nutzung der erneuerbaren Energien fit gemacht werden müssen. Hier soll die Kooperation mehr Einfluss bringen und beim Erwerb von Netzen helfen, wenn Konzessionsverträge auslaufen. Außerdem wollen die beteiligten Stadtwerke so unabhängig von externen Beratern und Befehlen aus Konzernzentralen bleiben.

Ein Beispiel: Die Stadtwerke Wolfhagen sind dabei, einen Bürgerwindpark zu errichten. Bei ähnlichen Projekten können die übrigen SUN-Stadtwerke nun auf die Erfahrungen der Wolfhagener zurückgreifen. Als erstes Projekt soll jedoch zunächst etwas ganz anderes angegangen werden: Die SUN will eine flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Nordhessen schaffen. Dazu sollen mindestens zwei Zapfsäulen für Strom in jeder beteiligten Stadt aufgestellt werden - insgesamt 50 bis 70 Stück. Über ein einheitliches Handy-Bezahlsystem sollen die Elektromobilisten ihre Stromrechnung einfach begleichen können.

Bundesweit gibt es derzeit einen Trend weg von den großen Energiekonzernen und hin zu Stadtwerken und Lokalversorgern in kommunalem Besitz. So wollen viele Städte und Gemeinden die Nutzung der erneuerbaren Energien vorantreiben. Kritik kommt von bundesweit agierenden Stromanbietern, die einen Mehraufwand durch viele kleine, kaum regulierte Netze beklagen. Dennoch: Auf sechs Partner soll SUN nicht beschränkt bleiben. Man sei offen für neue und neu gegründete Mitglieder, hieß es zum Start der Kooperation unisono von den Beteiligten.

(mb)

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