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Intelligente Städte: Beim Aufbau sollen die Energieversorger helfen

19.01.2011 - 14:26

Intelligente Städte stehen auf dem Wunschzettel vieler Bürger. Mit einer effizienten Steuerung sollen sie Lebensqualität und Verkehrsflüsse verbessern, den Energieverbrauch senken und die Umwelt schonen. Beim Aufbau sehen die Deutschen nach einer aktuellen Umfrage neben Forschern und Politikern vor allem die Energieversorger in der Pflicht.

Sensoren erkennen das Verkehrsaufkommen, die Schadstoffbelastung sowie freie Parkplätze und lenken den Verkehr möglichst sinnvoll. Blumenbeete in Parks steuern ihre Bewässerung selbst und sparen so wertvolles Nass. Solaranlagen auf den Hausdächern tauschen Daten mit Blockheizkraftwerken in den Heizungskellern und großen Stromverbrauchern wie Waschmaschinen aus. Erreicht wird so eine optimale Abstimmung von Stromerzeugung und Stromverbrauch. Bürger melden defekte Straßenlaternen per Handy-App an die Verwaltung.

Das sind nur einige Beispiele, wie die intelligente Stadt der Zukunft aussehen könnte. Vier von fünf Bundesbürgern halten es für erstrebenwert, derartige Utopien umzusetzen. Mehr als die Hälfte will das Ganze rasch angehen, möglichst schon innerhalb der nächsten fünf Jahre. Die Menschen erhoffen sich davon nach einer Studie der Unternehmensberatung accenture vor allem sichere Arbeitsplätze, eine höhere Lebensqualität, schnellere Fahrten mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie einen geringeren Energieverbrauch.

Bei der Umsetzung der ambitionierten Visionen sind für etwa drei Viertel der Deutschen neben Forschern und Politikern auch die Energieversorger am Zug. Sie sollen sich vor allem beim Aufbau intelligenter Stromnetze und durch die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen beteiligen. Auch die Infrastruktur für Fahrzeuge mit Elektroantrieb ist ein wichtiges Thema. Allerdings sind viele Menschen skeptisch: Zum einen halten sie das bisherige Engagement der Versorger für unzureichend, zum anderen befürchten sie einen Interessenkonflikt. Schließlich liege es nicht unbedingt im Interesse eines Stromanbieters, wenn Strom gespart werde. Regionale Anbieter wie Stadtwerke schneiden dabei etwas besser ab als die großen Konzerne.

Die Vorfreude auf die intelligenten Städte ist allerdings nicht ungetrübt: Viele Bürger befürchten, in Zukunft mehr Geld für Energie und Lebenshaltung ausgeben zu müssen. Sorgen bereitet ihnen auch der drohende Baulärm bei der Umsetzung von Projekten. Für 58 Prozent ist zudem die Vernetzung ein Problem, die für die Steuerung der intelligenten Städte erforderlich ist: Sie sehen die Sicherheit ihrer persönlichen Daten in Gefahr. Dennoch, die Deutschen werden über kurz oder lang in ganz oder teilweise intelligenten Städten wohnen, so das Fazit der Studie. Das ist für die Autoren letztlich alternativlos für den dauerhaften Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

(mb)

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