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Stromkosten: Arbeitslose zahlen bis zu 35 Prozent mehr als bei Hartz IV vorgesehen

24.02.2011 - 12:59

Auch die Erhöhung des monatlichen Hartz IV-Regelsatzes auf 364 Euro bzw. 367 Euro (ab 2012) ändert nichts an der Tatsache, dass in ganz Deutschland die durchschnittlichen Stromkosten* eines Alleinstehenden den Hartz IV-Satz für Strom** um durchschnittlich 26 Prozent übersteigen. In der Spitze sind es sogar 35 Prozent. Dies zeigt eine Auswertung von CHECK24.

Ein Alleinstehender zahlt für 1.500 kWh Strom im bundesweiten Durchschnitt 37 Euro pro Monat. Der Hartz IV Regelsatz für Strom sieht jedoch nur rund 29 Euro monatlich vor. Hartz IV-Empfänger zahlen also im Schnitt acht Euro pro Monat bzw. 26 Prozent mehr für Strom als vorgesehen.

Die höchste Diskrepanz zwischen Regelsatz und tatsächlichen Preisen besteht in Thüringen und Rheinland-Pfalz: Hier zahlen Erwerbslose 35 Prozent mehr für Strom, als sie durch Hartz IV dafür erhalten. In den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie in Niedersachsen liegt die Diskrepanz nur bei 17 bzw. 18 Prozent.

Die niedrigeren Stromkosten in den Stadtstaaten ergeben sich vor allem durch die bessere Infrastruktur und günstigere Belieferungskosten. In strukturschwachen Gebieten sind die Netznutzungsentgelte deutlich höher.

Erwerbslose in Ostdeutschland doppelt betroffen

Mit Ausnahme der Bundeshauptstadt Berlin trifft es die ostdeutschen Bundesländer doppelt: Zum einen liegt die Arbeitslosenquote deutlich über dem Bundesdurchschnitt von sieben Prozent***, zum anderen liegen auch die Stromkosten über bzw. im bundesweiten Durchschnitt (außer Berlin). In Thüringen sind die Strompreise besonders hoch (fünf Prozent mehr).

Erwerbslose sollten sich trotz erschwerter Bedingungen um Wechsel bemühen

Alleinstehende Arbeitslose können durch einen Anbieterwechsel über 100 Euro pro Jahr sparen. Allerdings prüfen fast alle alternativen Versorger die Bonität von Neukunden, so dass ein Wechsel für Erwerbslose in der Regel schwerer ist als für Verbraucher mit Anstellung.

Hartz-IV Empfänger sollten sich trotzdem bemühen, Kunde bei einem günstigeren Stromanbieter zu werden. Ist dies nicht möglich, können Erwerbslose auch durch den Wechsel in einen günstigeren Tarif des Grundversorgers sparen.

(eko)

*Jahresverbrauch: 1.500 kWh

**Hartz IV Satz für Wohnung (ohne Mietkosten), Strom etc. beträgt ca. 8 Prozent der Regelleistung; Regelleistung für Alleinstehende, Alleinerziehende sowie Antragsteller, deren Partner minderjährig ist, beläuft sich auf 364 Euro monatlich (8 Prozent von 364 Euro = 29,12 Euro / nach zweiter Erhöhung 2012: 8 Prozent von 367 Euro = 29,36 Euro ), Quelle: Bundesagentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-20-SGB-II-Regelleistung-Sicherung-LUnterhalt.pdf

***Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand Januar 2011 http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000000/html/start/karten/aloq_land.html

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