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Verbot der Glühbirne stößt auf neue Kritik im EU Parlament

22.12.2010 - 15:12

Die Glühbirne könnte in Europa ein Comeback erleben, wenn es nach Mitgliedern des EU-Parlamentes geht. Das Verbot der EU solle ausgesetzt werden, fordern sie. Grund ist eine Warnung des Umweltbundesamtes vor Gesundheitsgefahren für Schwangere und Kinder, wenn die als Ersatz vorgesehenen Energiesparbirnen zu Bruch gehen.

Eigentlich wollte die EU das Klima schützen und die Verbraucher zu einer moderneren Beleuchtung zwingen. 2009 verbannte sie deshalb die ersten herkömmlichen Glühbirnen aus den Regalen. Inzwischen sind alle matten Birnen sowie alle 75- und 100-Watt-Exemplare Geschichte, 2012 soll es in Europa keine neuen Glühbirnen mehr geben. Das soll jede Menge Strom und Kohlendioxid-Emissionen sparen. Denn die altväterlichen Lichtspender gelten als Energiefresser. Sie wandeln nur rund 5 Prozent des Stroms in Licht um, der Rest verpufft als Wärme. Energiesparlampen können das viel besser.

Doch im EU-Parlament regt sich jetzt Widerstand gegen das glühbirnenfreie Europa. Der Vorsitzende des mächtigen Industrieausschusses, der CDU-Politiker Herbert Reul, sagte der Zeitung "Welt": "Ich werde alles tun, um das Glühbirnenverbot in der EU doch noch zu kippen." Unterstützung erhält er dem Blatt zufolge unter anderem von Parlamentsvizepräsidentin Silvana Koch-Mehrin (FDP). Laut Medienberichten sind auch die meisten deutschen Unionsabgeordneten für ein Ende des Glühbirnenverbots. Stattdessen solle die EU-Kommission prüfen, ob nicht die Energiesparbirne verboten werden müsse.

Das Problem: Energiesparlampen sind giftig. Sie enthalten Quecksilber, das die EU aus anderen Geräten wie Thermometern längst verbannt hat. Doch bei Kompaktleuchtstofflampen sind bis zu 5 Milligramm erlaubt. So lange sie in ihrer Fassung hängen, ist das kein Problem. Schwierig wird es dagegen, wenn es um die Entsorgung geht – Energiesparlampen dürfen nicht in den Hausmüll – oder wenn eines der Sparwunder zu Bruch geht. Das deutsche Umweltbundesamt hat nachgemessen: Der zulässige Grenzwert für Quecksilber in der Atemluft wird dann um das bis zu zwanzigfache überschritten. Es bestehe Gesundheitsgefahr für Schwangere und Kinder, warnte die Behörde Anfang Dezember.

Noch ist aber trotz der Proteste der EU-Parlamentarier nicht absehbar, ob die 1879 von Thomas Alva Edison vorgestellte Glühbirne tatsächlich ein Comeback im Europa des 21. Jahrhunderts feiert. Denn Alternativen wie die Leuchtdioden stehen bereits in den Startlöchern. Sie haben einen wesentlich zeitgemäßeren Wirkungsgrad und mit der Glühbirne nur noch eines gemeinsam: Sie kommen ohne Quecksilber aus.

(mb)

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