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EU-Prognose: Strompreise steigen bis 2030 um 50 Prozent

26.10.2011 - 15:23

Verbraucher müssen in den kommenden Jahren noch tiefer für Strom in die Tasche greifen als heute schon. Die EU erwartet einen drastischen Anstieg der Strompreise bis 2030. Wie aus einem internen Strategiepapier der EU-Kommission hervorgeht, über das die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, rechnet Brüssel mit einer inflationsbereinigten Kostensteigerung von 50 Prozent.

In dem Papier, das Energiekommissar Günther Oettinger bis zum Jahresende vorlegen soll, wird untersucht, wie Europa das Ziel erreichen könnte, bis 2050 den Kohlendioxid-Ausstoß um 80 Prozent zu senken. Untersucht werden verschiedene Szenarien, die sich vor allem in der weiteren Nutzung der Kernenergie und der Förderung der erneuerbaren Energien unterscheiden.

Am heftigsten würden die Strompreise demnach zulegen, wenn in der EU keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut würden und Europa sich weitgehend von der Kernenergie verabschiedete. Ähnlich teuer käme es, wenn der Ausbau der regenerativen Energien massiv gefördert und ihr Anteil bis 2050 auf über 80 Prozent angehoben würde. Am günstigsten wäre dem Papier zufolge ein gemischter Ansatz, der keine Technologie bevorzuge. Dabei würde neben der Kernenergie auch die umstrittene unterirdische CO2-Speicherung eingesetzt werden.

Energiekosten verdoppeln sich bis 2030

In nahezu allen Szenarien wird allerdings nach dem Anstieg bis 2030 wieder ein Rückgang der Strompreise erwartet. Nur bei einer starken Förderung der erneuerbaren Energien werde der Strompreis auch nach 2030 weiter steigen. Gründe für die massiven Preissteigerungen sind hauptsächlich Investitionen in die Infrastruktur - neben der regenerativen Stromerzeugung vor allem der Ausbau des Stromnetzes. 200 Milliarden Euro werden dafür laut Oettinger allein bis 2020 fällig.

Auch andere Energien wie Gas oder Benzin werden teurer. Insgesamt rechnet das EU-Papier mit einer Verdoppelung der Energiekosten der privaten Haushalte bis 2030. Statt wie jetzt rund acht Prozent müssten dann rund 15 Prozent des Haushaltseinkommens für Energie ausgegeben werden.

Energiesparen und Anbieterwechsel als Ausweg

Die Annahmen der EU sind allerdings nicht unumstritten. Denn das europäische Stromnetz ist in die Jahre gekommen. Ein Teil der Ausbaukosten würde also ohnehin anfallen. Atomkraftgegner verweisen zudem auf die ungeklärte Endlagerung des Atommülls und die damit verbundenen Folgekosten. Doch unabhängig davon, wie die Berechnungen bewertet werden - Verbraucher müssen mit massiven Preissteigerungen rechnen. Die einzig mögliche Abhilfe: Energie sparen und günstiger einkaufen.

Ein kostenloser Wechsel des Gas- oder Stromanbieters lässt sich schnell und bequem am heimischen Computer in Auftrag geben. In vielen Fällen können Verbraucher so rund 500 Euro im Jahr sparen. Selbst Ökostrom und Ökogas sind bei Alternativanbietern häufig günstiger zu haben als die konventionelle Energie des Grundversorgungstarifs. Tipps und Hilfen zum Energiesparen finden Interessenten in den interaktiven Energiesparratgebern von CHECK24 und co2online. Sie decken sowohl kurzfristig durchführbare Maßnahmen, wie eine Senkung des Standby-Verbrauchs, als auch langfristige Projekte, wie eine Wärmedämmung des Hauses, ab. Auf Wunsch werden auch Förderprogramme und Ansprechpartner aufgelistet.

(mb)

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