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Die EU - Musterschüler in Sachen Klimapolitik?

25.10.2015 - 08:30

Die EU sieht sich selbst als Vorreiterin in Sachen Emissionsminderungen. Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur liegt Europa tatsächlich ganz gut auf Kurs, was die Vermeidung von CO2-Emissionen angeht – es gibt jedoch ein paar schwarze Schafe.

Die Klimapolitik der EU ist mit Einschränkungen erfolgreich.
Die Vorgaben der Europäischen Kommission zur CO2-Emission werden sogar übertroffen.

Welche Klimaziele hat die EU?

Die EU hat sich vorgenommen, die Emission von Treibhausgasen bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Jüngsten Prognosen zufolge wird dieses Ziel sogar übertroffen. Experten erwarten eine Minderung der Emissionen um 24 oder sogar 25 Prozent – letzteres allerdings nur, wenn bereits geplante Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Zwischen 1990 und 2014 konnten die Emissionen bereits um 23 Prozent reduziert  werden.

Bis 2030 will Europa dann mindestens 40 Prozent Emissionen einsparen. Dies ist der Beitrag der EU zum neuen globalen Klimaschutzabkommen, das im Dezember beim UN-Weltklimagipfel in Paris verabschiedet werden soll.

Erfüllen alle Mitgliedsstaaten die europäischen Klimaziele?

Nein. Zwar kann die Europäische Union mit dem, was sie bisher erreicht hat, insgesamt zufrieden sein. Doch es gibt Ausnahmen: Österreich, Belgien, Luxemburg und Irland werden die Klimaziele 2020 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Österreich etwa hat sich selbst weniger ehrgeizige Ziele gesteckt als die EU – so lautet zumindest die Kritik der österreichischen Opposition. Das Land hat im Oktober ein Klimaschutzgesetz beschlossen, nach welchem – wie Österreichs Grüne kritisieren – die Emissionen bis 2020 nur unwesentlich reduziert werden müssen. Die Emissionen in der Alpenrepublik werden deshalb im Jahr 2020 nicht viel geringer als 1990 sein.

Warum der EU ein schwieriger Weg bevorsteht

Der EU-Klimakommissar, Miguel Arias Can͂ete, warnt davor, dass es nicht so weitergehen wird wie bisher. Denn bisher wurden die Emissionen jährlich um fast ein Prozent reduziert. Bis 2020 wird es Prognosen zufolge aber nur noch eine Reduktion von insgesamt maximal zwei Prozent geben. Als die EU mit ihrer Klimapolitik im Jahr 2005 begann, „hingen die Früchte noch niedrig“, sagte Arias Can͂ete. Jetzt wird der Weg immer schwieriger.

Um die weiteren Ziele bis 2030 verfolgen zu können, sind größere Anstrengungen und komplexe Technologien notwendig. Nur so wird die EU ihren Beitrag dazu leisten können, dass der Ausstoß von Treibhausgasen so beschränkt wird, dass die Temperaturen weltweit nicht mehr als zwei Grad steigen. Dies ist das erklärte Ziel der UN-Weltklimakonferenz in Paris.

Was wir selbst tun können

Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass die CO2-Emissionen in Europa weiterhin zurückgehen. Gerade der Verkehrssektor hat sich als problematisch herausgestellt. Hier sind die Emissionen seit 1990 sogar um 19 Prozent gestiegen. Autofahrer sollten deshalb vermehrt auf Elektromobilität setzen. Auch im Haushalt ist es möglich, CO2 einzusparen. Während herkömmlicher Strom oft noch aus Kohlekraftwerken stammt, ist Strom aus erneuerbaren Energiequellen CO2-neutral. Leisten Sie jetzt Ihren Beitrag zum Klimaschutz und wechseln Sie zu umweltfreundlichem Ökostrom! Das Beste daran: Viele Ökostromtarife sind sogar günstiger als grauer Strom - Klimaschutz muss also nicht teuer sein.

(mwa)
 

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