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Erneuerbare Energien: Die Quellen für die Ökostromerzeugung

14.01.2011 - 16:02

Immer mehr Menschen wollen mit Ökostrom die Umwelt schonen und den Ausstoß von Treibhausgasen bremsen. Die Stromanbieter nutzen dazu regenerative Energien. Rund 17 Prozent des deutschen Stroms stammen bereits aus erneuerbaren Energiequellen. Doch nicht alle sind unter Umweltschützern unumstritten. Und nicht alle haben das gleiche Potential.

Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es. Frei nach Erich Kästner entscheiden sich immer mehr Verbraucher beim Strom für einen Klimatarif. Ihr Strom stammt dann aus erneuerbaren Energiequellen, bei der Erzeugung werden keine zusätzlichen Klimagase freigesetzt. Den Löwenanteil liefern in Deutschland nach wie vor Wasserkraftwerke. Sie nutzen die Fließgeschwindigkeit von Flüssen oder die Kraft von aufgestautem Wasser, das durch Turbinen fließt und so Generatoren antreibt. Ein Sonderfall sind Pumpspeicherkraftwerke, in denen Wasser zwischen zwei unterschiedlich hoch gelegenen Becken hin und her fließt. Wenn gerade wenig Strom verbraucht wird, wird mit der überschüssigen Energie Wasser nach oben gepumpt - bei Strommangel rauscht es wieder nach unten und treibt Turbinen an. Kritiker stören sich am Flächenverbrauch der Stauseen und Beeinträchtigungen der Tierwelt, zum Beispiel, wenn Staumauern Fischen im Weg stehen. Auch der Grundwasserspiegel kann beeinträchtigt werden.

Windräder, Biogas und Solarzellen liefern immer mehr Ökostrom

Immer mehr Strom wird von Windkraftanlagen erzeugt. Der Trend geht dabei zu großen Offshore-Parks, die weit vor den Küsten im Meer aufgestellt werden, wo der Wind stärker und regelmäßiger weht. Beklagt werden jedoch Störungen der Tierwelt und des Landschaftsbildes. Auch die Biomasse-Nutzung erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Dabei werden Pflanzenteile und Holz entweder direkt verbrannt oder zu Biogas vergoren und zur Stromerzeugung benutzt. Biogas treibt häufig Kraftwerke an, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, also gleichzeitig Strom und Heizwärme liefern. Dadurch wird der Brennstoff besonders effizient ausgenutzt. Manche Ökostrom-Siegel erlauben auch einen bestimmten Anteil an Strom, der in solchen Anlagen aus fossilen Brennstoffen wie Erdgas erzeugt wurde. Biomasse lässt sich gut speichern und steht rund um die Uhr zur Stromerzeugung zur Verfügung. Probleme verursacht aber der Anbau der Energiepflanzen: der klimaschädliche Düngereinsatz, Monokulturen, die Konkurrenz um Anbauflächen mit Nahrungsmitteln und die Rodung klimaschonender Urwälder in vielen Ländern, um die Felder zu erweitern.

In Deutschland noch nicht verbreitet sind solarthermische Kraftwerke, bei denen mit Sonnenlicht Flüssigkeit erhitzt und zum Antrieb von Turbinen benutzt wird. In Jülich arbeitet eine Testanlage nach diesem Prinzip. Auch die Erdwärmenutzung trägt derzeit nicht nennenswert zur Stromerzeugung bei. Forscher arbeiten außerdem daran, aus der Kraft der Meereswellen und der Gezeitenströmungen Strom zu gewinnen. Wenig bekannt ist auch, dass Gruben- und Deponiegas oder Gas, das in Kläranlagen entsteht, zur Ökostrom-Erzeugung genutzt wird. Weit verbreitet sind dagegen Photovoltaikanlagen, in denen Solarzellen Strom erzeugen. Dank üppiger Fördermittel ist ihre Zahl in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das führt jedoch auch zu Problemen wie hohen Förderkosten und steigenden Strompreisen, obwohl die Solarenergie nur verhältnismäßig wenig zur Stromversorgung beiträgt.

Ökostrom muss nicht zu Mehrkosten führen

Ein weiteres Problem: Die Stromnetze müssen teuer für die wachsenden Ökostrom-Mengen ausgebaut werden. Nötig sind auch zusätzliche Speicherkapazitäten für Strom, weil Wind und Sonne nur unregelmäßig Energie liefern. Doch trotz dieser Herausforderungen sind zahlreiche Experten überzeugt, dass die Zukunft der Energieversorgung mit Ökostrom gehört. Auch die Bundesregierung plant in ihrem Energiekonzept eine zunehmende Stromversorgung aus regenerativen Quellen - 80 Prozent sollen es bis 2050 sein. Dass Ökostrom schon heute nicht unbedingt teurer sein muss als Strom aus konventionellen Kraftwerken, zeigt ein Vergleich der Tarife der verschiedenen Stromanbieter: Manche unterbieten selbst mit ihrem grünen Strom den Normaltarif des alten Versorgers.

(mb)

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