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Energiekonzern EnBW macht 2010 Plus bei Stromabsatz und Gewinn und will trotzdem sparen

08.02.2011 - 16:32

Der Energiekonzern EnBW hat erstmals nach dem Einstieg des Landes Baden-Württemberg Geschäftszahlen vorgelegt. Die Bilanz ist prächtig: Stromabsatz und Umsatz legten deutlich zu, der Überschuss stieg 2010 um mehr als 50 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Dennoch will die EnBW 2011 einen Sparkurs einschlagen.

Auf den ersten Blick sind es glänzende Zahlen, die EnBW-Chef Hans-Peter Villis jetzt vorlegen konnte. Die Krise ist vorbei, die Unternehmen im traditionell industriereichen Ländle produzieren wieder mit voller Kraft - das ließ die Kassen im vergangenen Jahr kräftig klingeln. Der Stromabsatz schnellte von 119,7 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2009 auf 146,9 Milliarden 2010 nach oben. Auch bei Umsatz und Gewinn verzeichnete die EnBW ein dickes Plus. Nur im Gasgeschäft musste die EnBW Einbußen hinnehmen, hier gingen die Absatzmengen zurück.

Trotz der guten Bilanz will die EnBW allerdings auf die Kostenbremse treten und schlägt bei den Investitionen einen Sparkurs ein. Sie sollen bis 2013 von 7,9 auf 5,1 Milliarden Euro sinken. Auch der Gewinn werde schrumpfen, warnte das Unternehmen - und das, obwohl Privatkunden bei dem Stromanbieter seit Januar deutlich mehr bezahlen müssen. Die Gründe: Unter anderem die Brennelementesteuer, die für Belastungen von jährlich rund 440 Millionen Euro sorgen soll. Dazu kommen die Zahlungen in einen Fonds für erneuerbare Energien, die Atomkonzerne wie die EnBW im Zuge der Laufzeitverlängerung leisten müssen. Zudem erwartet die EnBW langfristig weiter sinkende Großhandelspreise für Strom.

Offenbar ist der EnBW auch einer ihrer größten Kunde abhanden gekommen: Medienberichten zufolge bezieht der Autohersteller Daimler seit Januar seine Energie von einem anderen Lieferanten. Dadurch sollen der EnBW Vertriebseinnahmen in Millionenhöhe entgehen. Das Land Baden-Württemberg hatte im vergangenen Dezember überraschend seinen Einstieg bei dem Energieriesen angekündigt und den 45-prozentigen Anteil des französischen Großaktionärs EDF übernommen. Um das Milliardengeschäft, das Ministerpräsident Stefan Mappus ohne Beteiligung des Landtages eingefädelt hatte, tobt im beginnenden Landtagswahlkampf ein heftiger Streit unter den Parteien in Baden-Württemberg. SPD und Grüne kündigten eine Klage an.

(mb)

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