0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Energieeffizienz in Küche und Haushalt: Deutsche kaufen Stromfresser

08.02.2012 - 12:45

Viele Deutsche scheuen die Anschaffung eines hocheffizienten Haushaltsgerätes. So liege der Absatzanteil von Kühlschränken, die in die höchste Effizienzklasse A+++ eingestuft sind, erst bei drei Prozent, so Kurt-Ludwig Gutberlet, Chef von Bosch-Siemens Hausgeräte, gegenüber der Tagszeitung "Die Welt". Dabei würde sich der Kauf eines Stromsparers gegenüber einem Stromfresser sogar meist lohnen.

Energieeffizienz ist die größte und billigste saubere Energiequelle, die in Deutschland zur Verfügung steht. Mit solchen Aussagen werben Umweltverbände, Politiker und Energieexperten häufig fürs Strom sparen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, entlastet den Geldbeutel des Stromkunden und die Umwelt gleichermaßen. Gleichzeitig müssen weniger neue, saubere Kraftwerke und neue Stromleitungen gebaut werden, wenn der Energiebedarf langsamer steigt oder gar sinkt.

Effiziente Elektrogeräte als Ladenhüter

Doch in der Praxis ist es damit nicht weit her. Nicht nur, dass in vielen Küchen und Waschkellern hoffnungslos veraltete Geräte stehen, die immense Mengen an Strom verbrauchen. Selbst beim Neukauf greifen Kunden häufig nicht zu den effizientesten Modellen. Ein Grund: Das Einsparpotential wird unterschätzt. Daran nicht ganz unschuldig sind die Energielabel, die auf neuen Kühlschränken, Waschmaschinen oder Wäschetrocknern kleben müssen. Weil inzwischen nahezu alle Geräte die früher beste Klasse "A" erfüllen, wurden neue Kategorien geschaffen. Dabei wurden aber nicht die Anforderungen für ein "A" verschärft, sondern die Klassen "A+" oder gar "A+++" neu eingeführt.

Was viele Käufer eines "A+"-Kühlschranks nicht ahnen: Ein solches Gerät verbraucht im Jahr ungefähr doppelt so viel Strom wie ein Kühlschrank, der das Label "A+++" trägt. Es lohnt sich deshalb, auch den absoluten Stromverbrauch zu vergleichen, der auf den Labels ebenfalls angegeben ist. Ein zweiter Grund für die niedrigen Verkaufszahlen der Stromsparmodelle: ihr Preis. Höhere Kosten von 100 Euro oder mehr für ein hocheffizientes Gerät schrecken viele Kunden ab. Auf den ersten Blick ist das auch eine beträchtliche Summe. Doch der Schein trügt. Verbraucht ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine zum Beispiel 100 Kilowattstunden jährlich weniger, entspricht dies einer finanziellen Einsparung von derzeit knapp 25 Euro.

Energieeffizienz lohnt sich - oft schon nach vier Jahren

Bei den aktuellen Strompreisen kann der Saubermann im Vergleich zu einem Stromfresser also bereits nach vier Jahren den Mehrpreis hereingeholt haben - künftige Strompreiserhöhungen nicht mit eingerechnet. Die meisten Kühlschränke werden aber zehn Jahre oder länger genutzt. Unterm Strich kommt ein hocheffizientes Modell also deutlich billiger. Wie es im individuellen Einzelfall um die Wirtschaftlichkeit und den Amortisationszeitraum steht, können Verbraucher mit dem kostenlosen Energiesparratgeber KühlCheck errechnen. Weitere Ratgeber unterstützen Haushalte auch beim Energie sparen in anderen Bereichen - zum Beispiel bei der Heizung oder dem Standby-Verbrauch von Unterhaltungselektronik.

(mb)

Weitere Artikel: