0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

EEG 2014 - Was sich ändert

04.08.2014 - 18:00

Seit Freitag, den 1. August 2014, ist das neue EEG 2014 in Kraft. Es bringt einige Änderungen mit sich - Stromkunden sind hingegen nur indirekt betroffen. Die EEG-Umlage könnte in diesem Jahr weitgehend stabil bleiben. Damit könnte ein Ziel von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erreicht werden: Er möchte mit der Reform des bisherigen EEG (das zuletzt 2012 geändert wurde) jedoch den weiteren Strompreisanstieg vermeiden. Umweltschützer warnen jedoch, dass die Klimaschutz-Ziele in weitere Ferne rücken könnten.

Die Organisation Greenpeace beruft sich dabei auf ein eigenes Gutachten, das in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Ecofys erstellt wurde. Demzufolge sorgen die Ausbau-Obergrenzen für die Ökostrom-Erzeugung für einen Anstieg der CO2-Emissionen, weil der Anteil von Ökostrom im deutschen Strommix auf diese Weise künftig weniger stark ansteigen wird. Weil Kohlestrom gleichzeitig günstig ist, boomt die Stromgewinnung aus Braunkohle.

Nachteile für Mieter

Neben den Ausbaukorridoren sind die entscheidenden Änderungen durch die EEG-Reform, dass Betreiber von neuen Ökostrom-Erzeugungsanlagen künftig für den selbst genutzten Strom eine anteilige EEG-Umlage zahlen müssen – bislang war der Eigenstrom davon ausgenommen. Eine Ausnahme gibt es hierbei nur für Anlagen, deren Erzeugungsleistung weniger als 10 Kilowatt im Jahr beträgt.

Mieter in Gebäuden mit beispielsweise einer Solaranlage auf dem Dach müssen hingegen die volle EEG-Umlage zahlen, auch wenn der Strom der Anlage genutzt wird. Bislang war die Ökostrom-Umlage für sie um zwei Cent reduziert. Einige Stromanbieter verhalten sich hier jedoch kulant und geben die Mehrkosten nicht weiter. Hierzu zählt beispielsweise der Ökostromanbieter Lichtblick.

Viele Unternehmen zahlen weiterhin weniger EEG-Umlage

Stromintensive Unternehmen können sich hingegen weiterhin befreien lassen. Verbraucherschützer kritisieren, dass die Kosten für Privathaushalte sinken könnten, wenn mehr Unternehmen die volle EEG-Umlage zahlen müssten. Doch Gabriel verteidigt die Regelung damit, dass ansonsten viele Betriebe ins Ausland abgewandert wären und deren Arbeitsplätze hierzulande verloren gegangen wären.

Stromanbieter wechseln und sparen

Insgesamt sind Stromkunden hierzulande jedoch noch skeptisch, ob die Strompreise künftig tatsächlich sinken werden. Laut einer Umfrage des Stromanbieters Lichtblick gehen sogar 83 Prozent der Befragten von steigenden Preisen in den kommenden zwei Jahren aus. Verbraucherschützer raten weiterhin dazu, dem Grundversorger den Rücken zu kehren und zu einem günstigen Stromanbieter zu wechseln. Wer online die Strompreise vergleicht, kann leicht mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

(rfi)

Weitere Artikel: