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EEG 2017: Weniger Energiewende, mehr Kosten

13.10.2016 - 11:38

Sowohl das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als auch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Gesetz) werden zum kommenden Jahr angepasst. Die Reformen könnten die Energiewende ausbremsen. Zudem erhöhen sich die Kosten für die Endverbraucher.
 

Die Ökostrom-Reform bremst den Windkraft-Ausbau aus.
 Die Ökostrom-Reform bremst den Windkraft-Ausbau aus.

Stopp für den Windkraft-Ausbau im Norden

Einem Entwurf der Bundesnetzagentur zufolge soll in Regionen, in denen bisher die meisten neuen Windanlagen errichtet wurden, der Ausbau eingedämmt werden. Betroffen wären vor allem Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Nord-Niedersachsen. Ab 2017 dürften die Anlagenbetreiber aus dem Norden insgesamt nur 902 Megawatt pro Jahr zubauen.  Das entspräche etwa 120 bis 200 Windrädern über eine Fläche verteilt, die knapp ein Fünftel Deutschlands ausmacht. Für ganz Deutschland ist ein Jahreszubau von 2500 Megawatt vorgesehen.
 

Schleppender Netzausbau

Der Grund für die Ausbaubeschränkung ist der langsame Netzausbau zwischen Nord und Süd. Da mehr Windstrom produziert wird als weitergeleitet werden kann, müssen die Anlagenbetreiber die Windräder runterregeln. Die Kosten, die den Betreibern in Ausfallzeiten entstehen, werden vom Staat ausgeglichen. 2015 blieben so bundesweit mehr als 4.100 Gigawattstunden Windstrom ungenutzt. Damit könnten mehr als 1,2 Millionen Haushalte ein ganzes Jahr mit Strom beliefert werden. Um nicht noch mehr Ausfallsentschädigung zu zahlen, will die Regierung den Ausbau zunächst bis 2020 beschränken. Bis die Nord-Süd-Trassen im Jahr 2025 fertiggestellt werden, wird das volle Potenzial der Windkraft in Deutschland nicht ausgeschöpft.
 

Aus für Stromspeicher?

Nach der EEG-Umlage-Befreiung sollen nun energieintensive Industrien auch von der KWK-Abgabe befreit werden. Stromintensive Unternehmen müssen demnach zukünftig nur eine ermäßigte Abgabe zahlen, alle anderen Industrien zahlen den normalen Betrag. Pumpspeicherbetreiber mussten bisher nur eine ermäßigte KWK-Umlage bezahlen. Da sie nicht zu den energieintensiven Betrieben gehören, müssten sie ab nächstem Jahr die volle Abgabenhöhe entrichten. Das könnte viele Betreiber in einen finanziellen Engpass treiben. Auch Betreiber großer Batteriespeicher wären betroffen. Da Pumpspeicherkraftwerke und Batteriespeicher der Überbrückung wind- und sonnenarmer Zeiten dienen und die Netze stabilisieren, sind sie für die Energiewende essentiell. Wird das Gesetz wie geplant umgesetzt, ist die Zukunft der mehr als 30 großen Speicherseen und Talsperren in Deutschland ungewiss. Die Betreiber rechnen mit einem Kostenanstieg von bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr.
 

Ökostrom-Reform belastet Stromkunden

Obwohl EEG-Umlage und KWK-Abgabe dem Ausbau der Energiewende dienen sollen, scheinen die neuen Gesetze die Umstellung auf hundert Prozent Ökostrom eher auszubremsen. Die neuen Ökostromgesetze werden zudem die Haushaltskassen der Stromkunden belasten. Die EEG-Umlage wird 2017 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen. Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden muss dann etwa 31 Euro mehr für Strom bezahlen.
Um diesen Mehrkosten zu entgehen, können Sie den Stromvergleich durchführen und im Handumdrehen bis zu 500 Euro im Jahr sparen.

(sst)

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