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Zweifel an Liquidität bei Windkraftunternehmen Prokon

19.12.2013 - 10:02

Seit einigen Wochen geistert immer wieder ein Name durch die Medien: Prokon. Das Windkraftunternehmen wirbt seit Jahren hartnäckig um Anleger, die sich Genussrechte der Tochtergesellschaft Prokon Regenerative Energien (PRE) sichern sollen. Doch jetzt warnt die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe von Finanztest potentielle Anleger vor Investitionen. Die Autoren stellen der Firma ein schlechtes Zeugnis aus. Prokon ist ebenfalls Stromanbieter - doch die Zweifel an der Liquidität bleiben.

Die Zweifel begründen sich in den neuesten Geschäftszahlen: Danach hat das Unternehmen seine Verluste weiter angehäuft. Wie sowohl das Handelsblatt online wie auch die Stiftung Warentest jüngst berichteten, beträgt der Gewinn lediglich ein Drittel der Summe, die an die Anleger als Rendite ausgezahlt werden muss, wenn die versprochene Grundverzinsung von sechs Prozent eingehalten werden soll. Insgesamt ist Genussrechtskapital von rund 1,1 Milliarde vorhanden. Für die Grundverzinsung fielen demnach 60 Millionen Euro an.

Prokon selbst sichert zwar zu, die Grundverzinsung allein aus bestehenden Windkraftprojekten stemmen zu können – jedoch gehen sie dabei von dem Szenario aus, dass insgesamt zwei Milliarden Genussrechtskapital zusammenkommen. Jedoch wird die Frage nach dem Buchwert der Genussrechte nicht ausgewiesen, wie die Experten von Stiftung Warentest kritisieren. Sie setzten die Genussrechte des Unternehmens aufgrund des hohen Risikopotentials auf die Warnliste.

Prokon als Stromanbieter: Windkrafterzeuger ohne Ökostrom

Seit Anfang 2013 bietet Prokon zusätzlich Stromversorgung an. Seltsam mutet an, dass sie nicht damit werben, Strom aus den eigenen Windparkprojekten anzubieten. Sie unterwerfen sich eigenen Angaben zufolge lediglich der Selbstverpflichtung, nur Strom in der Menge an den Mann bringen zu wollen, wie selbst in den eigenen Windparks erzeugt wird. Das scheint aufgrund der Schwankungen bei der Windstromerzeugung jedoch nicht immer praktikabel zu sein, da Wetterentwicklungen nicht linear kalkulierbar sind.

Preisgarantie nur für 100.000 Stromkunden

Der angebotene Stromtarif scheint auf den ersten Blick dabei zwar unproblematisch zu sein, da er mit einer zwei-Wochen-Frist praktisch jederzeit kündbar ist und zudem eine Preisgarantie bis Ende 2015 umfasst. Wer jedoch genauer hinsieht, bemerkt, dass die Preisgarantie jedoch nur für die ersten 100.000 Kunden gilt. Eine Information darüber, wie viele Kunden inzwischen von Prokon beliefert werden, gibt das Unternehmen hingegen nicht.

Stromanbieter Prokon nicht im CHECK24-Vergleich

Aufgrund der vielen Warnungen und der daraus folgenden Unsicherheiten gegenüber der Finanzstärke des Unternehmens, hat CHECK24 Konsequenzen gezogen. Um Kunden vor einer möglichen Pleite beim Stromanbieter zu bewahren, werden die Stromtarife nicht länger im Stromvergleich aufgelistet.

Wer sich nicht auf so vermeintlich „windige“ Anbieter einlassen möchte, kann sich per Online-Stromvergleich auf CHECK24 kostenlos und unverbindlich nach weiteren günstigen Stromtarifen bei anderen Versorgern umsehen. Der Vergleichsrechner berücksichtigt dabei alle verfügbaren Tarife, die gleichzeitig den strengen CHECK24-Richtlinien entsprechen.

(rfi)

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