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Castor-Transport: Atommüll auf dem Weg nach Deutschland

15.12.2010 - 12:58

Erneut ist ein Zug mit Castor-Behältern auf dem Weg nach Deutschland. Der Atommülltransport ist am Dienstagabend in Südfrankreich gestartet und soll am Donnerstag in Lubmin an der Ostseeküste eintreffen. Erwartet werden wieder Proteste von Atomkraftgegnern – allerdings weniger heftig als beim vorhergehenden Transport nach Gorleben. Unterdessen ist eine neue Studie zu den Kosten der Kernkraftnutzung veröffentlicht worden.

Fünf Wochen nach den Protesten von Gorleben ist ein neuer Castor-Transport auf dem Weg nach Deutschland. Medienberichten zufolge ist der Zug mit den vier Atommüll-Behältern am Dienstagabend im südfranzösischen Aix-en-Provence gestartet. Die genaue Route wird von den Behörden geheim gehalten. Am Mittwoch soll er am Nachmittag die Bundesrepublik erreichen.

Die insgesamt rund 2.500 Brennstäbe stammen ursprünglich aus dem inzwischen stillgelegten Forschungsreaktor in Karlsruhe und dem Atomforschungsschiff „Otto Hahn“. Zuletzt waren sie in der französischen Atomanlage Cadarache gelagert. Jetzt sollen sie ins Zwischenlager Lubmin bei Greifswald gebracht werden. Die Behörden erwarten Proteste von Atomkraftgegnern – wenn auch weniger massiv als beim zurückliegenden Transport. Etwa 3.000 Polizisten sind nach Angaben des Innenministeriums in Mecklenburg-Vorpommern auf deutscher Seite im Einsatz, um den Castor zu sichern. Dazu kommen Kräfte der Bundespolizei.

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte, dass der Transport nach dem Verursacherprinzip ins baden-württembergische Zwischenlager Philippsburg umgeleitet werden soll. Greenpeace kritisierte die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke trotz der ungeklärten Endlagerfrage. Zudem kommt laut einer Studie, die im Auftrag der Öko-Organisation erstellt wurde, die Nutzung von Strom aus Atomkraft die Verbraucher teuer zu stehen: Von 1950 bis 2010 sind dem Staat demnach bereits Kosten von 204 Milliarden Euro entstanden, unter anderem durch die Forschungsförderung, durch Kosten für die Atommüllendlager Asse II und Morsleben oder durch Steuervergünstigungen. Weitere 100 Miliarden Euro kämen zukünftig noch dazu. Jede Kilowattstunde Atomstrom werde dadurch mit mindestens 4,3 Cent subventioniert.

(mb)

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