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Angela Merkel nimmt steigende Strompreise in Kauf

19.09.2012 - 14:00

Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr voraussichtlich deutlich ansteigen und damit auch den Strom verteuern. Auf der Bundespressekonferenz am Montag kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, Strompreiserhöhungen nicht durch Gesetze verhindern zu wollen. Ihr Parteikollege und Bundesumweltminister, Peter Altmaier, hatte hingegen zuletzt noch versichert, die Preissteigerungen so moderat wie möglich halten zu wollen.

Derzeit wird über die Höhe der Umlage nur spekuliert. Sie dürfte aber in etwa von derzeit 3,59 Cent auf etwa 5,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ansteigen, wie es in Medienberichten heißt. Noch im vergangenen Jahr hatte Merkel versprochen, die Kosten für die Energiewende gering halten zu wollen - die Umlage werde nicht drastisch über die damaligen 3,53 Cent hinaus ansteigen werde.

Ausbau der Erneuerbaren treibt den Preis

Nun rudert die Kanzlerin zurück: Die veränderte Prognose zu den Kosten des Atomausstiegs zwinge zu einer höherer Umlage, lautet nun die neue Marschrichtung. Es würden mehrere Faktoren den Strompreis beeinflussen – doch der Ausbau der erneuerbaren Energie schlage besonders stark zu Buche. Niemand habe damals für möglich gehalten, dass dieser so schnell vorangehen würde und die Umlage auf über vier Cent pro kWh ansteigen könne, wird Merkel in Medienberichten zitiert.

Ausgleich der Strompreiserhöhung

Offenbar möchte sie vermeiden, die Verbraucher – und damit potenzielle Wähler – zu verärgern. Denn im gleichen Atemzug sprach sich die Kanzlerin dafür aus, andere Abgaben zu verringern. Etwa den Rentenversicherungsbeitrag. Diese Maßnahme solle die Strompreiserhöhung ausgleichen.

Für die Rechtfertigung ihres gebrochenen Versprechens aus dem Vorjahr erntet Angela Merkel sogleich Kritik. So heißt es etwa in der Online-Ausgabe der Welt, dass Merkel sehr wohl gewusst habe, dass eine Preissteigerung unvermeidlich sei. Denn schon in der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber von 2010 heißt es, dass die Umlage bei einem gleichzeitig weitergeführten Ausbau der Erneuerbaren bis 2012 auf bis zu 4,4 Cent pro Kilowattstunde ansteigen könne.

Während die Kanzlerin also nichts gegen einen drastischen Anstieg der Strompreise unternehmen wird, möchte ihr Bundesumweltminister die Verbraucher beruhigen. Altmaier kündigte noch am Montag im ZDF-Morgenmagazin an, sich für eine maßvolle Preissteigerung beim Strom stark zu machen.

Preiserhöhung abmildern

Doch unabhängig davon, was die Politiker äußern – klar ist, dass sich Verbraucher bereits jetzt auf höhere Stromrechnungen ab Januar 2013 einstellen sollten. Doch wer sich bereits jetzt umschaut und Stromtarife vergleicht – etwa mit dem Strom-Vergleichsrechner auf CHECK24 – kann die Preiserhöhung zumindest abmildern. Mit einem Anbieterwechsel ist eine jährliche Ersparnis von 500 Euro möglich.

(rfi)

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