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Aus für 60 Watt Glühbirne: EU Verbot dreht Stromfresser den Saft ab

31.08.2011 - 16:30

Es ist das Ende einer langen Ära: Ab Donnerstag verschwindet die 60 Watt-Glühbirne aus den Regalen der Geschäfte. Ab dem 1. September greift das EU-Verbot für die am häufigsten verwendete herkömmliche Birne. Ihre Energieeffizienz gilt als zu schlecht. Moderne Leuchtmittel sind deutlich sparsamer. Sie enthalten allerdings giftiges Quecksilber - und ihre Preise steigen im Herbst.

Aus, Schluss, vorbei: Gut 130 Jahre, nachdem Thomas Alva Edison die Glühbirne erfand, werden die 60 Watt-Birnen verboten. Nur noch Restbestände dürfen verkauft, aber keine neuen Glühbirnen mehr produziert oder importiert werden. Leistungsstärkere sowie matte Exemplare traf der Brüsseler Bannstrahl bereits in den vergangenen Jahren. Schwächeren Birnen droht dieses Schicksal im September 2012.

Geringere Stromkosten - aber steigende Preise für Sparlampen

Das war es dann für die Glaskolben, in denen ein Metallfaden im Schutzgas vor sich hin glühte und den Menschen Licht spendete. Oder eher: Ihnen einheizte. Denn Glühbirnen wandeln im besten Fall rund fünf Prozent der eingesetzten Energie in sichtbares Licht um. Der restliche Strom verpufft als Wärme. Moderne Energiesparlampen sind mit einem Wirkungsgrad von 20 bis 25 Prozent wesentlich effizienter. Das ist auch der Grund für das Glühlampenverbot der EU: Es soll helfen, die Klimaschutz- und Stromsparziele zu erreichen.

Wie die deutsche Energieagentur (dena) vorrechnet, ist eine Sparbirne zudem für Verbraucher trotz der höheren Anschaffungskosten wirtschaftlicher als eine 60 Watt-Glühbirne: Sie hält mit bis zu 15.000 Betriebsstunden wesentlich länger und reduziert über ihre Lebensdauer hinweg die Stromkosten um rund 120 Euro. Der Kostenvorteil dürfte allerdings schrumpfen. Denn pünktlich zum 1. September erhöht Hersteller Osram die Preise  - um bis zu 25 Prozent. Konkurrent Philips will laut Financial Times Deutschland einen Monat später nachziehen. Als Grund werden die stark gestiegenen Preise für sogenannte Seltene Erden genannt, die zur Herstellung benötigt werden.

Energiesparlampen mit Quecksilberproblem

Die Sparlampen haben außerdem Nachteile: Sie geben elektromagnetische Strahlung ab und sollten nicht in Körpernähe verwendet werden. Als Alternative stehen LED- oder Halogenlampen zur Verfügung. Erstere sind allerdings noch teuer, zweitere weniger energieeffizient. Zudem enthält jede Energiesparlampe bis zu fünf Milligramm giftiges Quecksilber. Entsorgt werden müssen die Birnen deshalb in speziellen Sammelstellen. Gehen sie zu Bruch, sollte das Zimmer sofort gut gelüftet und die Reste mit Besen und Schaufel entfernt werden - auf keinen Fall mit dem Staubsauger, der das Quecksilber in der Raumluft verteilt. In Kinderzimmern sind bruchgeschützte Birnen, LEDs oder Halogenlampen ratsam.

Immerhin: Trotz ihres Quecksilbergehaltes sorgen Energiesparlampen nicht dafür, dass mehr Quecksilber freigesetzt wird als bei der Verwendung herkömmlicher Glühbirnen. Denn auch in Kohle ist Quecksilber enthalten - und wird bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken freigesetzt. Wie die Deutsche Physikalische Gesellschaft vorrechnet, schneidet die Energiesparlampe durch ihren geringeren Stromverbrauch deshalb unter Strich nicht schlechter ab als eine quecksilberfreie Glühbirne - selbst wenn sie zerbricht und das Quecksilber in die Umwelt gelangt.

Lichtstärke und Lichtfarbe passend auswählen

Bleibt die Frage nach der Lichtstärke. Sie wird bei modernen Lampen in Lumen angegeben - wer eine 60 Watt-Birne ersetzen will, braucht 700 Lumen. 75 Watt entsprechen 1.000 Lumen, 100 Watt 1.400 Lumen. Interessant ist auch die Frage nach dem Lichtfarbton. Während Glühbirnen rötlich-warm leuchten, erzeugen Sparlampen ein weißlich-kälteres Licht. Auf der Packung ist deshalb die Lichtfarbe in Kelvin angegeben. Rund 3.000 Kelvin entsprechen ungefähr einer normalen Glühbirne. Je höher der Wert, desto kälter das Licht.

Vor dem Kauf sollten Verbraucher zudem einen Blick auf die Angabe werfen, wie lange es dauert, bis die Energiesparbirne nach dem Einschalten ihre volle Helligkeit erreicht hat. Hier kann es gravierende Unterschiede geben - ebenso bei der Qualität der Lampen. Ein Blick auf Testergebnisse, zum Beispiel bei der Stiftung Warentest, sorgt schnell für Klarheit.

(mb)

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