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Beiträge für Risikolebensversicherung sind keine Betriebsausgaben

12.07.2013 - 18:00

Mit einer sogenannten verbundenen Risikolebensversicherung (RLV) können sich zwei Personen gegenseitig gegen finanzielle Schwierigkeiten absichern, wenn einer von beiden stirbt. Tritt der Versicherungsfall ein, das heißt, verstirbt einer der beiden Versicherungsnehmer, erhält der andere die vereinbarte Todesfallsumme. Der Bundesfinanzhof hatte sich nun mit einer solchen verbundenen RLV auseinanderzusetzen. Die Fragestellung: Können die Beiträge einer verbundenen RLV als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden?

Nein, so das Urteil der Richter. Damit unterlagen zwei Rechtsanwälte mit ihrer Klage. Sie betreiben eine gemeinsame Kanzlei. Um ihre finanzielle Existenz wechselseitig abzusichern, hatten sie eine verbundene RLV abgeschlossen. Käme einer der beiden Männer zu Tode, sollte die Versicherungssumme dazu dienen, die laufenden Kosten zu decken und den möglichen Umsatzausfall der Kanzlei zu kompensieren, so der Plan. Da diese Versicherung auf den Erhalt der ökonomischen Lebensgrundlage abzielte, wollten die beiden Anwälte die Versicherungsbeiträge als Sonderbetriebsausgaben steuermindernd geltend machen.

In einem aufwendigen Prozess entschied letztlich der Bundesfinanzhof, dass die Beiträge für eine Risikolebensversicherung nicht von der Steuer abgesetzt werden können. Die Richter urteilten, dass der Tod ein allgemeines Lebensrisiko sei, mit dem jeder Mensch rechnen müsse. Das Todesfallrisiko der Gesellschafter habe im Grunde nichts mit der Firma zu tun und sei daher als ein außerbetriebliches Risiko zu werten. Wenn eine Firma Geld zurücklege, um Kredite abzusichern beziehungsweise in Zukunft zu tilgen, stelle dies dagegen unter Umständen eine Betriebsausgabe dar.

Varianten der Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme ist eine andere Risikolebensversicherungsvariante. Sie dient ebenfalls als Todesfallschutz, soll jedoch im Falle des Ablebens des Versicherungsnehmers die Tilgungszahlungen eines Darlehens sichern. Eine solche Risikoversicherung ist oftmals eine günstige Alternative zu einer sogenannten Restschuldversicherung, deren Abschluss oftmals eine Bedingung für eine Kreditvergabe ist.

 

Wer also einen größeren Kredit aufnehmen möchte - beispielsweise für eine Immobilie - sollte nicht das erstbeste Angebot annehmen, sondern am besten verschiedene Angebote für eine Risikolebensversicherung vergleichen. Gleiches gilt, wenn ein reiner Todesfallschutz benötigt wird – also eine RLV mit gleichbleibender Versicherungssumme.

Wichtig: Eine Risikolebensversicherung ist nicht mit einer Sterbegeldversicherung zu verwechseln. Zudem gibt es keine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung.

(mtr)

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