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Schöne Unbekannte: Urlaub auf der kanarischen Insel El Hierro

19.04.2016 - 09:00

Gerade in diesem Jahr sind die spanischen Inseln besonders beliebt bei den Urlaubern, in den Touristenhochburgen dürften während der Sommerferien viele Hotels komplett ausgebucht sein. Da kann es am Strand oder Pool ganz schön eng werden. Doch wer Ruhe und Entspannung sucht, muss nicht um die halbe Welt jetten, denn es gibt sie noch: atemberaubend schöne Geheimtipps, fernab des Massentourismus und mitten in Europa. Eines dieser Beispiele ist El Hierro (gesprochen: el’jero).

Einsamer Leuchtturm auf El Hierro
Auf El Hierro gibt es sie noch: romantische Flecken, an denen man ungestört sein kann.

Anreise: Himmlische Ruhe mit nur einmal Umsteigen

Sie ist die kleinste, westlichste sowie südlichste der sieben großen Kanarischen Inseln und vom Massentourismus bisher weitestgehend verschont geblieben. Entsprechend finden Besucher atemberaubende und einzigartige Naturlandschaften vor. Verantwortlich dafür ist größtenteils der Mangel an Direktverbindungen auf die Insel. Wer Urlaub auf El Hierro machen will, muss in Gran Canaria oder Fuerteventura umsteigen und mit der Fluggesellschaft Binter Canarias zum Inselflughafen El Hierro übersetzten. Alternativ verkehren auch Fährschiffe ab Teneriffa und Cádiz auf dem spanischen Festland. Gut für Ruhesuchende, dass offenbar viele Touristen bereits das eine Mal Umsteigen scheuen.

Einzigartige Landschaften für Aktivurlauber

Strand auf El Hierro
Wie auch auf den anderen Kanaren hat El Hierro durch seinen vulkanischen Ursprung nur wenige, flache Sandstrände. Diese haben Sie dafür meist (fast) für sich allein.
Wen es doch nach El Hierro verschlägt, den erwartet eine wunderschöne und vor allem wilde Natur. Auf engstem Raum schuf der Vulkanismus in über einer Milliarde Jahre teils bizarre und komplett gegensätzliche Landschaften. Aus diesem Grund wurde die gesamte Insel 2000 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt und ist ein Mekka für Wanderfreunde und Mountainbiker. Wie die anderen Kanaren besitzt auch El Hierro die typischen Vulkanlandschaften, die hier von unzähligen Höhlen durchzogen werden. Die Größte – die Cueva de Don Justo – ist ein Netzwerk aus Lavatunneln. Diese entstanden immer dann, wenn das heiße Gestein oberflächlich bereits abgekühlt war, jedoch unterirdisch noch lange Zeit weiter floss.

Im Zentrum ragt das Cumbre genannte Vulkangebirge in die Höhe und teilt die Insel grob in zwei Hälften. Vom Passatwind getrieben bleiben an dessen Nordhängen häufig Wolken hängen, weshalb der dortige Baumbestand als „Nebelwald“ bekannt ist. Zwischen Kiefern und Lorbeerbäume mischen sich dort auch vereinzelt die berühmten Wacholderbäume der Kanaren, die einst den gesamten Südwesten von El Hierro bedeckten. Auf dem ins Meer abfallenden Berghang trotzen heute nur noch wenige Exemplare Sonne und Wind, der die alten Bäume über Jahrhunderte teils zu bizarren Gebilden verformte.

Auf den gerodeten Hochplateaus im Nordosten der Insel hat sich in dieser Zeit ein sanft hügeliges und fruchtbares Hochland entwickelt, das aufgrund der ganzjährig milden Temperaturen für die Landwirtschaft bestens geeignet ist. Im El Golfo Tal im Nordwesten der Insel gedeihen wegen der ganzjährig milden Temperaturen sogar Bananen und Ananaspflanzen, die dort in kleinen Plantagen angebaut werden.

Kulinarische Entdeckungsreise

Schroffe Atlantikküste
Nicht nur die lokale Küche weiß den Artenreichtum des Atlantiks um die Insel herum zu schätzen. Auch bei Tauchern gilt El Hierro als Hotspot.
Entsprechend vielfältig ist die Küche der kleinsten Kanareninsel, obwohl die meisten Produkte von der Insel oder aus dem umliegenden Meer stammen. Die bekannteste Spezialität ist der einheimische Ziegenkäse, doch auch das Fleisch der Huftiere kommt hier häufig auf den Teller, genauso wie Kaninchen und frischer Fisch aus dem Atlantik. Schwein oder Rind gibt es auf El Hierro hingegen selten, da diese hier so gut wie nicht gezüchtet werden. Neben frischem Gemüse vom Bauern darf bei keinem Essen das typisch kanarische Mojo fehlen, würzigen Soßen in Rot (mit Paprika und Chili) oder Grün (mit Koriander und Petersilie), aber auf jeden Fall mit jeder Menge Knoblauch.
Als Nachtisch servieren die Herreños – so der Name der Inselbewohner – ihre berühmten Quesadillas. Den kleinen Kuchen, der unter anderem mit dem köstlichen Herreño-Käse zubereitet wird, würzen die Köche unter anderem mit Zimt, Zitronenschale und Anis. Was zunächst etwas bizarr klingt, entwickelt auf der Zunge jedoch ein einzigartiges Aroma. Frisches und teilweise exotisches Obst von den Inselplantagen rundet den Nachtisch ab.

Mini-Hotels statt Bettenburgen

Ja, auch auf El Hierro sind die Hotelzimmer ein rares Gut. Das liegt aber vor allem daran, dass es nur wenige und vor allem kleine Hotels und Ferienhäuser gibt. Statt gigantischer Betonkolosse verfügte die Kanareninsel über Unterkünfte wie das Hotel Punta Grande (***), das mit nur vier Zimmern lange Zeit als kleinstes Hotel der Welt im Guinnessbuch der Rekorde stand. Die kleinen Herbergen verteilen sich fast über die ganze Insel und richten sich vor allem an Urlauber, die die Natur genießen möchten. Neben Wander- und Radtouren ist El Hierro auch ein kleines, geheimes Paradies für Windsurfer, Wellenreiter und Taucher. Letzteres hätte 2011 fast ein jähes Ende gefunden, als südlich der Insel ein Unterwasservulkan ausbrach und alles Leben im Ozean rund um El Hierro auslöschte. Doch nur wenig später eroberte die Natur die Unterwasserwelt zurück und rund um den erloschenen Vulkan entwickelte sich eines der spektakulärsten und artenreichsten Tauchreviere Spaniens.

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