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Roadtrip durch Mitteldeutschland: Auf den Spuren Luthers

15.07.2016 - 13:38

2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche in Wittenberg. Grund genug für die Ministerpräsidenten, den Reformationstag im kommenden Jahr bundesweit zu einem gesetzlichen Feiertag zu küren. Gesagt, getan: Am 31. Oktober 2017 dürfen wir alle einen zusätzlichen Tag freinehmen. Perfekt für Brückentagsbauer und Erholungsuchende, die sich unter anderem auch für Luthers Wirkungsstätten interessieren. Wer also Lust hat, sich von mir inspirieren zu lassen, plant seinen nächsten Urlaub einfach wie eine Art Roadtrip durch Mitteldeutschland und besucht die kleinen, aber feinen Lutherstädte.

Etappe 1: Eisleben – wo alles begann

Auch in Erfurt befindet sich ein Martin-Luther-Denkmal vor der Kaufmannskirche.
Rund 80 Kilometer von der Messestadt Leipzig entfernt, beginnt unsere Tour in Eisleben. Warum? Weil diese Stadt im Südharz als Geburts- und Sterbeort des berühmten Theologen Martin Luthers bekannt ist.
Neben dem Geburts- sowie dem Sterbehaus-Museum, die beide in den Stand einer UNESCO-Weltkultur-Erbestätte erhoben wurden, sollten Sie unbedingt auch das auf Treppen gebaute Denkmal des Predigers besuchen. Letzteres befindet sich auf dem mittelalterlichen Marktplatz, der an einem Sonntagvormittag menschenleer vorzufinden ist und eine herrliche Kulisse für Fotos bietet. Im 3-Sterne-Hotel Graf von Mansfeld finden Sie zudem einige Luther-Souvenirs für Ihre Daheimgebliebenen.

Quickinfos zu Luther:
- Am 10. November 1483 in der heutigen Lutherstraße geboren.
- Am 11. November 1483 in der St.-Petri-Pauli-Kirche getauft.
- Am 18. Februar 1546 in gestorben.

Etappe 2: Augustinerkloster und Co

Zum Studieren zog es Luther aus Eisleben in das 90 Kilometer entfernte Erfurt. Hier, in Thüringens Hauptstadt, war der Theologe von 1501 bis 1505 an der philosophischen Fakultät eingeschrieben und einer der bekanntesten Absolventen der Universität. Nach dem er sein Studium beendete, schloss er sich den Augustiner-Eremiten – einem der vier größten Bettelorden – an, bei denen er lebte und schließlich zum Priester geweiht wurde. Das bereits 1277 erbaute Augustinerkloster an der Kirchgasse im Zentrum der Stadt, wird heute als internationale Begegnungsstätte genutzt. Reisende in den Sommermonaten können im Renaissancehof des Bauwerkes tollen Konzerten lauschen und diverse Theateraufführungen besuchen.

Etappe 3: Das Verhängnis von Magdeburg

Der Magdeburger Dom ist eine der beiden Hauptkirchen der neugebildeten Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM).
Hier, in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts – 170 Kilometer nördlich von Erfurt, soll Luther als Dreizehnjähriger die Schule „Bruder vom gemeinsamen Leben“ besucht haben. Knapp 30 Jahre später kam er auf Bitten des damaligen Bürgermeisters zurück, um hier zu predigen. Mit einschlägigem Ergebnis: Nur wenige Wochen danach bekannten sich die meisten Kirchen der Stadt zum Luthertum. Dieser Erfolg des Protestantismus wurde Magdeburg jedoch zum Verhängnis. Kaiserliche Truppen zerstörten die Elbstadt. Heute erinnern nur noch die wiedererrichtete Wallonerkirche und die Johanniskirche sowie das Luther-Denkmal aus dem Jahr 1886 an die Besuche des Theologen.

Etappe 4: Halle und der Ablasshandel

Auf dem Hallenmarkt in der Stadt an der Saale steht die Marktkirche.
Halle war nicht nur eine wichtige Handelsstadt, sondern auch die Lieblingsresidenz des Kardinals Albrecht von Brandenburg. An sich kein Problem, wenn dieser nicht für – und Martin Luther gegen den sogenannten Ablasshandel gewesen wäre. Mit diesem Geldbetrag (Ablass), durch den sich Menschen von all ihren Sünden freikaufen konnten, ließ Kardinal Albrecht einige Renaissancebauwerke errichten, wie etwa die viertürmige Marktkirche oder die Friedhofsanlage namens Stadtgottesacker. Doch schließlich siegte Luther im Streit um den Ablass. Während die Reformation auch in Halle einzog, verließ Albrecht die Stadt.

Wer sich also im Zuge seiner Städtereise auf die Spuren des berühmten Theologen begeben will, sollte sich die imposante und aus vier Türmen bestehende Marktkirche – in der auch Luther mehrmals gepredigt hat – nicht entgehen lassen. Ganz in der Nähe des Hallenser Wahrzeichens befindet sich auch die Marienbibliothek, in der Werke des Theologen aufbewahrt sind.

Etappe 5: Lutherstadt Wittenberg und der Reformationstag

Die 95 Thesen befinden sich an der Schlosskirche in Wittenberg.
Vorbei an der grünen Schlosswiese gelangen Besucher in rund 80 Kilometern von Halle nach Wittenberg zur legendären Kirche, die zusammen mit Martin Luther am 31. Oktober 1571 Geschichte schrieb. Hier soll er an die Tür zur Schlosskirche eigenhändig seine 95 lateinischen Thesen geschlagen und die Reformation damit ausgelöst haben. Doch nicht nur das Wahrzeichen Wittenbergs, sondern die ganze Innenstadt versprüht Renaissanceflair und punktet mit ihrem historischen Stadtkern: den Bürgerhäusern, dem Renaissance-Rathaus und dem Lutherdenkmal.

Heute ist der 31. Oktober lediglich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag. Doch aufgrund des Reformationsjubiläums im kommenden Jahr sollen auch alle anderen Bundesländer den 31. Oktober als zusätzlichen Urlaubstag genießen dürfen.

Weitere Lutherstädte in Mitteldeutschland

All diejenigen, die ihren Roadtrip durch Mitteldeutschland fortführen wollen, können natürlich auch alle anderen Lutherstädte besuchen. Neben Altenburg, Eisenach, Schmalkalden und Weimar in Thüringen bietet sich zudem auch Torgau in Sachsen an. Interessierte finden in unserem Reisewelt-Artikel weitere Inspirationen für Ausflüge zu Lutherstädten.


(mja)

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