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Die Zukunft des Reisens - Ein Tagesausflug über den Atlantik

17.11.2015 - 10:50

The Residence
Blick ins "Wohnzimmer“ der luxuriösen 3-Zimmer-Kabine "The Residence“, die Etihad Airways im Airbus A380 auf den Strecken von Dubai nach London, New York und Sidney jeweils einmal anbietet. Foto: Etihad Airways
Wie und vor allem wo machen Menschen in Zukunft eigentlich Urlaub? Bis wir ausschließlich virtuell am Computer oder rein gedanklich verreisen, dürfte noch sehr viel Zeit vergehen, wenn es denn überhaupt je ein wirklich halbwegs adäquater Ersatz zum echten Urlaub wird. Doch auch unsere Art zu verreisen und fremde Orte Länder und Kulturen zu entdecken, wird sich in den nächsten 30 Jahren dramatisch verändern. Wer hätte es sich etwa 1985 träumen lassen, für weniger als 40 DM von Köln nach Berlin fliegen zu können, geschweige denn sich über den Wolken in einer 3-Zimmer-Wohnung mit eigenem Bad vom persönlichen Butler bedienen zu lassen, wie in Ethihads "The Residence"?

Hotel und Ziel von Zuhause erkunden

Ganz ähnlich wird es Menschen im Jahr 2045 gehen, wenn sie an das unbequeme und umständliche Reisen 2015 denken. Das fängt bereits bei der Auswahl des Ziels an. Statt im Internet langwierig Hotelbewertungen zu studieren, sich in Foren über die schönsten Sehenswürdigkeiten zu informieren oder – Gott bewahre – einen Reisekatalog zu wälzen, können Sie 2045 das Wunschhotel vorab virtuell begehen oder Städte und Sehenswürdigkeiten erkunden (lassen). Letztes hat der australische Bundesstaat Victoria bereits 2013 erfolgreich getestet. Vier mit Kameras ausgestattete Reiseführer besuchten fünf Tage lang Sehenswürdigkeiten, Restaurants und andere Ort in Melbourne, zu denen sie Leute aus der ganzen Welt per Facebook und Twitter schickten.

Reisen ohne Warten

Ist das Wunschziel gefunden, laden Sie ihre Reisedokumente auf ihr Smartphone und checken auch das Gepäck bereits online ein. Danach geht es bequem mit dem selbstfahrenden Auto oder Taxi zum Flughafen. Die gigantischen Parkhäuser, wie sie 2015 an großen Flughäfen üblich waren, sind längst überflüssig. Der computergesteuerte Wagen setzt Sie direkt an der Sicherheitsschleuse ab. Ein Check-in-Schalter gibt es nicht mehr, denn das Gepäck wiegt sich mittlerweile selbst. Auch in welchen Flieger ihr Koffer muss, teilt dieser dem Gepäcksystem des Flughafens selbst mit. Nach Abgabe können Sie zudem den Koffer per Smartphone weiter verfolgen, etwa ob er etwa bereits in den Flieger verladen wurde.
Bag2Go
Den Koffer per Smartphone einchecken und während der Reise in Echtzeit verfolgen. Der „Bag2Go“ Koffer ist eine gemeinsame Entwicklung von Airbus, dem Kofferhersteller Rimowa und der Telekom. Foto: T-Systems

Am Sicherheitscheck gehören die altmodischen „Nackt-Scanner“ von anno 2015 zum Glück der Vergangenheit an. Molekularscanner durchleuchten Personen und Handgepäck im Vorbeigehen. Das auf dem Smartphone gespeicherte Flugticket müssen Sie 2045 nicht mal mehr vorzeigen. Per Near Field Communication (NFC) überträgt das Handy Ihre Flugdaten automatisch an die Sicherheitsschleuse, die per Gesichts- und Netzhautscan binnen Sekunden prüft, ob die Person zum Ticket passt. Im Gegenzug erhält Ihr Smartphone vom Airport-Computer Informationen zum Flugstatus und den schnellsten Weg zum Gate.

Flughafen als erste Attraktion 

Wobei, eilig haben es heute nur noch die wenigsten an den großen Flughäfen, haben sich die großen Luftfahrtdrehkreuze doch in den letzten 30 Jahren fast zu einer Mischung aus Einkaufsmeile, Freizeitpark und Wellnesstempel entwickelt. Während Sie Ihren Flug warten, können Sie im also ruhig noch eine Runde durch die Indoor-Parkanlagen Flughanfes schlendern, entspannt einkaufen gehen, oder – wenn es doch mal länger dauert – im obligatorischen Airport-Kino noch den aktuellen Blockbuster anschauen.
 
Hyperloop
>Bereits 2013 stellte Elon Musk sein Konzept für den Hyperloop vor. Eine erste Teststrecke des bis zu 1.200 km/h schnellen Zugs soll 2018 in Betrieb gehen, Langstreckenverbindungen sollen zügig folgen. Foto: Elon Musk / SpaceX

Flüge werden extrem billig oder extrem schnell

Progress Eagle
Die Zukunft der Luftfahrt ist groß. Der dreistöckige "Progress Eagle“ hätte Platz für 800 Passagiere, bietet jeden nur erdenklichen Komfort und wird umweltfreundlich mit Wasserstoff und Solarzellen angetrieben. Foto: Oscar Viñals
Im Flieger bleibt dafür nämlich häufig kaum noch Zeit. Seit Züge in Vakuumröhren mit Überschallgeschwindigkeit reisen, und eine Fahrt von Berlin nach München nur noch 24 Minuten dauert, oder Sie in nur 1,5 Stunden von Köln nach Lissabon gefahren sind, wird fast nur noch auf der Lang- und Ultralangstrecke geflogen. Doch auch im Flugverkehr hat sich viel getan. Während dreistöckige Unterschallflugzeuge mit Platz für 800 Personen die Ticketpreise im Lowcost-Segment dramatisch reduziert haben – ein sechsstündiger Unterschallflug nach New York ist 2045 bereits ab 80 Euro zu haben – setzen die Airlines auch vermehrt auf Überschallflüge. Während die Lowcost-Flieger auch 2045 in einer Höhe von 10 bis 15 Kilometer verkehren, steigen die „Strato-Jets“ bis auf 35 Kilometer und beschleunigen dort auf Mach 4,5 (5.513 km/h). Ein Flug von Düsseldorf nach New York dauert hier nur noch 60 Minuten und selbst der 2045 längste zivile Nonstopflug von Sidney nach New York (fast 16.000 Kilometer) dauert nur noch drei Stunden. Zum Vergleich: 2015 dauerte der längste Flug der Welt von Dubai nach Panama City (13.800 Kilometer) noch 17 Stunden 35 Minuten.

Durch die rasante Art des Reisens hat sich auch das Urlaubsverhalten der Menschen verändert. Kurztrips wie Wochenendshopping oder sogar Tagesausflüge von Frankfurt nach New York oder Los Angeles stehen hoch im Kurs, bei langen Aufenthalten entschleunigt die hohe Reisegeschwindigkeit das Reiseerlebnis am Ziel hingegen ungemein. Endlich bietet der 14-tägige Jahresurlaub in der Karibik auch wirklich 14 Tage Entspannung. Auch der Mietwagen-Roadtrip durch die USA darf gerne drei Wochen dauern. New York liegt schließlich nur eine Stunde entfernt und von San Francisco nach Hause sind es nur 30 Minuten mehr. 

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