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Die Zukunft des Reisens - verreisen wir 2045 nur noch virtuell?

30.10.2015 - 11:38

Südpol Googel Street View
Sie wollten schon immer zum Südpol reisen? Dank Google Street View liegt er nur wenige Klicks entfernt. Foto: Google
Reisen in ferne Länder hatten einst etwas abenteuerliches, Informationen über Städte, Regionen oder Hotels waren kaum zu bekommen. Auch die berühmten Urlaubsfotos und Diavorträge kamen (einigermaßen) gut bei Freunden und Familie an. In Zeiten von Google Street View, YouTube oder Hotelbewertungsportalen können Sie sich mittlerweile am PC, Tablet oder Smartphone über Reiseziele erkundigen, als wären Sie schon selbst dort gewesen. Wie sieht das ganze wohl erst in 30 Jahren aus? Müssen wir dann überhaupt noch verreisen, oder können wir all die schönen Erfahrungen von Zuhause aus erleben, ohne Reisestress und zu einem Bruchteil des Preises?

Von Zuhause die Welt erkunden

Wo gibt es die schönsten Strände, die besten Hotels, die günstigsten Flüge und welche Restaurants haben das schmackhafteste Essen? All das lässt sich mit nur wenigen Klicks im Internet in Erfahrung bringen. Das funktioniert so gut, dass eine Kunststudentin aus Holland 2014 ihrem persönlichen Umfeld via Facebook erfolgreich eine Asienreise vortäuschte. Fotos, Postkarten und (Solarium) Bräune inklusive. Doch kann die Technik bald auch uns selbst einen Traumurlaub vorgaukeln?

Indoor Urlaub

Bereits heute können wir in Vergnügungsparks wie dem „Tropical Islands“  auch im brandenburgischen Winter Karibikfeeling genießen. Vom Sandstrand aus bietet sich den Besuchern in der kalten Jahreszeit häufig der bizarre Blick auf eine verschneite Außenwelt. Künftig könnten jedoch statt Fenstern verbaute transparente Bildschirme auch außerhalb der Halle eine tropische Landschaft simulieren. Entsprechende Displays hat Samsung 2015 bereits präsentiert. Eine seichte Meeresbrise aus einer speziellen Klimaanlage und tropische Fische im Schwimmbecken, könnten das Fernreise-Erlebnis um die Ecke abrunden.

Reisen von Zuhause aus

Abenteuerurlaub mit Dinosauriern? Kein Problem mit Robinson: The Journey".
Noch einen Schritt weiter geht die Technologie der virtuellen Realität (VR), die mit Project Morpheus, Oculus Rift oder den Google Cardboard VR Brillen 2015 das beherrschende Thema in der Unterhaltungsbranche war. Auf der Paris Games Week 2015 zeigte etwa Sony bereits erste VR-Spiele für die Playstation 4. In „The Deep“ können Sie zum Beispiel tropische Korallenriffe aus der Ich-Perspektive erkunden, Hai-Begegnungen inklusive. Die Technologie erlaubt jedoch nicht nur reale Szenarien, auch Ausflüge in andere Zeiten und fremde Welten sind damit möglich. In „Robinson – The Journey“ vom deutschen Entwickler Crytec müssen Sie sich durch einen von Dinosauriern bevölkerten Dschungel kämpfen.

Erste virtuelle Reisen am Handy

Auch am Handymarkt tut sich aktuell einiges in Sachen Virtual Reality. So haben unter anderem Samsung und Carl Zeiss VR-Vorrichtungen im Angebot, die aus dem Smartphone eine passable VR-Brille machen. Mit der Android-App „Tuscany Drive“ gibt es hier sogar bereits den ersten Versuch einer virtuellen Urlaubsreise. In der kostenlosen Demoversion können Sie ein Ferienhaus in der Toskana mit 360-Grad-Rundumblick erkunden.

Es fehlen die Reize

Tauchen in tropischem Ozean
Virtuelle Tauchgänge sind zwar technisch bereits möglich, jedoch noch weit entfernt vom "prickelnden" Erlebnis realer Schnorcheltouren.
Das Erlebnis hat jedoch bisher sehr enge Grenzen. Benutzer einer VR-Brille bewegen sich nach wie vor nur per Tastendruck durch virtuelle Welten, zudem fehlen die wichtigsten Sinneseindrücke. Auf einer virtuellen Reise über einen orientalischen Basar in Marokko könnten Sie also weder all die fremden Gerüche und Gewürze erschnuppern, noch feine Seidentücher erfühlen oder das köstliche Essen probieren. Beim simulierten Tauchgang vor den Seychellen fehlt das Gefühl des warmen Ozeans, beim Auftauchen das Prickeln der Sonne auf der Haut. Doch wer weiß, vielleicht können wir in 30 Jahren dank VR-Ganzkörperanzüge mit elektronischer Muskelstimulation und Geruchsgeneratoren vollends in den virtuellen Urlaub abtauchen. Passende Souvenirs aus dem 3D-Drucker, und retuschierte Urlaubsfotos inklusive. Oder unser Urlaub findet nur noch im Kopf statt und Firmen bieten nur noch die Erinnerung an einen perfekten Urlaub an, die wie im Film „Total Recall“ direkt ins Gehirn implantiert wird.

Große Erlebnisse, wenig Erholung

Die Vorteile des virtuellen Reisens sind nicht von der Hand zu weisen. Selbst waghalsiger Aktivurlaub, wie ein Tauchgang mit Haien, der Seiltanz über den Grand Canyon oder eine halsbrecherische Spritztour mit dem Mietwagen von Porsche stellen keine echte Gefahr für Leib, Leben und Geldbeutel mehr da. Außerdem könnten auch körperlich eingeschränkte Personen jede nur erdenkliche Urlaubserfahrung ermöglichen. Doch egal wie perfekt Urlaub virtuell simuliert wird, wir können ihn – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt mit anderen teilen. Zudem bleibt vor lauter Abenteuer und Reizüberflutung die Entspannung auf der Strecke, die gerade in Zeiten sich häufenden Burn-outs und chronischer Überlastung durch die Arbeit besonders wichtig ist, um die inneren Akkus wieder aufzuladen.

Teil 2: Verreisen in der Zukunft

Ganz so weit wie in unserem ersten Ausblick wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kommen, denn auch die Reiseanbieter schlafen nicht und arbeiten bereits daran, uns den Urlaub und vor allem das Reisen an sich deutlich schneller und angenehmer zu machen. Wie genau das aussieht oder aussehen könnte, damit beschäftigen wir uns im zweiten Teil von: Die Zukunft des Reisens - Ein Tagesausflug über den Atlantik.

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