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Achtelfinalstadt Porto Alegre - Brasiliens europäischer Süden

30.06.2014 - 14:00

Die K.O.-Runde hat begonnen. Für das heutige Achtelfinale gegen Algerien ist die deutsche Nationalelf rund 3.500 Kilometer vom Norden Brasiliens nach Porto Alegre im Süden des Landes gereist. Fans vor Ort werden feststellen: Das Flair in der 1772 von portugiesischen Einwanderern der Azoren gegründeten Metropole unterscheidet sich deutlich von afro-brasilianisch geprägten Städten wie Salvador, Fortaleza und Recife. Tatsächlich werden sich Besucher aus Deutschland hier ein wenig fühlen wie zu Hause.

Denn der Einfluss der nahegelegenen Nachbarländer Argentinien und Uruguay ist genauso deutlich zu spüren wie das Erbe der europäischen Einwanderer aus Portugal, Italien, Polen und Deutschland, die insbesondere im 19. Jahrhundert in die Stadt kamen.

Gaúchos und Mate-Tee – kulturelle Besonderheiten von Porto Alegre

Die traditionellen Matetee-Tassen werden aus hohlen Kürbissen hergestellt.
Auch Paraguay ist für lateinamerikanische Verhältnisse nicht weit. Daher eignet sich Porto Alegre hervorragend als Ausgangspunkt, um einen Urlaub zur WM in Brasilien mit einer Rundreise in weitere Länder zu verbinden. Der Flughafen der Metropole gehört zu den modernsten in ganz Lateinamerika unf bietet zahlreiche Inlandsflüge sowie internationale Verbindungen an. Günstige Flüge nach Brasilien sind ab etwa 500 Euro erhältlich.

Viele Traditionen der Gaúchos genannten Einwohner des Bundesstaats Rio Grande do Sul stehen denen ihrer Nachbarn näher als der afrobrasilianischen Kultur im eigenen Land. Das macht sich auch in der Zusammensetzung der Bewohner bemerkbar: Während die Bevölkerung in Salvador zu rund 80 Prozent aus Mestizen sowie Schwarzen besteht, sind gerademal 19 der Einwohner weiß. In Porto Alegre ist das Verhältnis genau umgekehrt.

Die europäischen, argentinischen und uruguayischen Einflüsse reichen von der typischen Folkloremusik der Gaúchos bis hin zur Tradition, Mate-Tee zu trinken, der hier Chimarrão genannt wird. Außerdem ist Rio Grande do Sul bekannt für seine hervorragenden Fleischgerichte. In Porto Alegre würzen die für ganz Brasilien typischen Churrascarias das Grillgut klassischerweise nur mit grobem Salz.

Sehenswürdigkeiten und Nachtleben im „fröhlichen Hafen“

Außerhalb des Estádio Beira-Rio, das Platz für gut 50.000 Fußball-Fans bietet, lockt der „fröhliche Hafen“ mit Barockbauten im französischen und portugiesischen Stil, weitläufigen Parks und bunten Märkten. Zum Public Viewing begeben sich Fußballfans am besten zur Praça Glênio Perez. Zu den Höhepunkten für kulturinteressierte Besucher gehören der Piratini Palast, der vom französischen Architekten Maurice Gras erbaut wurde. Das Theatro São Pedro, das Museum für zeitgenössische Kunst Fundação Iberê Camargo und die Catedral Metropolitana, eine der größten Kathedralen der Welt, sind ebenfalls einen Besuch wert.

Quickinfos Porto Alegre

Flugdauer ca. 14 Stunden
Hotelkosten DZ ab ca. 46 Euro/ Nacht
Stadion Estádio Beira-Rio
Fanmeile Praça Glênio Perez
Beste Reisezeit Mai – Oktober
Verkehrsmittel Mietwagen Brasilien
Währung brasilianischer Real
Einreisedokument gültiger Reisepass
Landessprache Portugiesisch

Im 11,5 Hektar großen Parque Moinhos de Vento, kurz Parcão genannt, können Sie sich von ihren Besichtigungstouren erholen. Hier findet auch regelmäßig ein Flohmarkt statt, auf dem Sie nach Schnäppchen und Mitbringseln Ausschau halten können. Frisches Obst und Gemüse, aber auch traditionelle Gaúcho-Produkte wie Ponchos, Peitschen und Trinkbecher für den Matetee aus hohlen Kürbissen finden Sie auf dem 1869 gegründeten Mercado Público.

Das Nachtleben der Stadt beginnt am frühen Abend in den Bars entlang der Straßen Lima e Silva und República oder setzen Sie sich einfach ans Flussufer und genießen Sie die spektakulären Sonnenuntergänge. Wer im Anschluss daran noch Tanzen gehen möchte, wird in den Clubs der João Alfredo und Padre Chagas fündig. Hier vermischt sich die brasilianische Volksmusik wie Forró und Samba mit den Klängen moderner Elektromusik. Wer nicht lange vor den Diskotheken warten möchte, sollte diese vor Mitternacht aufsuchen.

Ausflüge auf dem und zum Wasser

Sonnenuntergang in Porto Alegre.
Im Hafen von Porto Alegre können sich Reisende ein Ausflugsboot mieten und die Inseln und Lagune des Rio Guaíba vom Wasser aus erkunden. Wer lieber direkt ans Meer fahren möchte, erreicht die Atlantikküste am besten mit dem Mietwagen. Zwischen Torres nördlich von Porto Alegre und Chui an der Grenze zu Uruguay erstreckt sich über eine Strecke von fast 500 Kilometern ein palmengesäumter Sandstrand.

 

Wer sich auf eine Rundreise in die Nachbarländer begeben möchte, sollte von Porto Alegre aus ins Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay bei Foz do Iguaçu reisen. Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Iguaçu in den Río Paraná und ist bekannt für die spektakulären Wasserfälle. Über eine Strecke von knapp drei Kilometern bieten 20 größere und 255 kleinere Fälle ein einzigartiges Naturschauspiel.

(jwö)

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