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Wann darf ein Urlaubsantrag abgelehnt werden?

04.09.2013 - 08:00

Der Urlaubsantrag eines Arbeitnehmers darf nur aus dringenden betrieblichen Gründen abgelehnt werden - oder wenn Urlaubswünsche anderer Mitarbeiter Priorität haben. Eine Abweichung vom regulären Betriebsablauf ist hingegen kein Grund, um den Urlaub zu verweigern. Das zeigt ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main.

Im konkreten Fall beantragte ein Arbeitnehmer bereits im September Urlaub für Ende Dezember und Anfang Januar. Als er Anfang Dezember noch immer keine Rückmeldung von seinem Arbeitgeber hatte, fragte er nach und erhielt die Auskunft, dass sein Urlaubsantrag abgelehnt worden sei.

Als Begründung für die Verweigerung des Urlaubs wurden die anstehende Inventur sowie das erwartete erhöhte Kundenaufkommen im beantragten Urlaubszeitraum genannt. Der Arbeitnehmer gab sich damit nicht zufrieden und brachte sein Anliegen vor das Arbeitsgericht Frankfurt am Main.

Das Gericht gab ihm recht. Der Arbeitgeber wurde per einstweiliger Verfügung dazu verpflichtet, den beantragten Urlaub doch noch zu gewähren. Nach Ansicht der Frankfurter Richter haben Arbeitnehmer grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass ihnen der Urlaub im gewünschten Zeitraum gewährt wird.

Urlaubsverweigerung nur aus bestimmten Gründen möglich

Lediglich bei dringenden betrieblichen Belangen oder Urlaubswünschen anderer Arbeitnehmer, die aus sozialen Gründen bevorzugt zu behandeln sind, kann ein Urlaubsantrag abgelehnt werden, urteilten die Richter unter Bezugnahme auf das Bundesurlaubsgesetz.

Allerdings müsse der Vorgesetzte im Falle einer Ablehnung beweisen, dass tatsächlich ein gerechtfertigter Ablehnungsgrund vorliegt. Dies war dem Arbeitgeber im verhandelten Fall nach Auffassung des Gerichts jedoch nicht gelungen. Denn die angegebene Störung des Betriebsablaufs sei kein ausreichender Grund, da diese Problematik regelmäßig beim Fehlen eines Mitarbeiters auftrete und durch einen entsprechenden Personalbestand gelöst werden müsse.

Mit einer Rechtsschutzversicherung für den Ernstfall gerüstet sein

Streitigkeiten mit Vorgesetzten oder Kollegen landen in vielen Fällen vor Gericht – und das kann richtig teuer werden! Um im Fall der Fälle für die horrenden Kosten nicht tief in die eigene Tasche greifen zu müssen, ist es sinnvoll, über eine Rechtsschutzversicherung mit integriertem Arbeitsrechtsschutz zu verfügen.

(kro)

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