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Winterzeit ist Schnupfenzeit: Wissenswertes zur Krankmeldung

03.01.2014 - 16:00

In der kalten Jahreszeit haben Husten, Schnupfen und Co. Hochkonjunktur. Wenig überraschend nehmen auch die Krankmeldungen zu. Was Sie bei der Krankmeldung beachten sollten und welche Rechte und Pflichten Sie während Ihrer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit haben, haben wir für Sie zusammengestellt.

Ein gängiger Fehler: Sie gehen erst zum Arzt, bevor Sie den Arbeitgeber über Ihr Fehlen informieren. Dies ist rechtlich nicht korrekt. Denn eine Krankmeldung muss bei Arbeitsbeginn vorliegen. Andernfalls verstoßen Sie gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten und können eine Abmahnung kassieren – bei wiederholtem Vorkommen sogar eine verhaltensbedingte Kündigung.

Von der Krankmeldung zu unterscheiden ist die Krankschreibung. Grundsätzlich müssen Sie Ihrem Chef spätestens nach drei Tagen ein ärztliches Attest vorlegen. Beachten Sie, dass hierbei nicht die Arbeitstage, sondern die Kalendertage zählen.

Attest kann schon ab dem ersten Fehltag verlangt werden

Laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2012 darf der Vorgesetzte bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest verlangen. Er braucht dafür keine Begründung – selbst dann nicht, wenn er bei manchen seiner Mitarbeiter früher auf einen Krankheitsnachweis besteht als bei anderen. Werden Sie während Ihres Urlaubs krank, können Sie sich diese Tage – ebenfalls durch die Vorlage eines ärztlichen Attests – wieder auf Ihrem Urlaubskonto gutschreiben lassen.

 

Sind Sie aus Krankheitsgründen vorübergehend arbeitsunfähig, haben Sie Anspruch auf Entgeltfortzahlung – vorausgesetzt, das Arbeitsverhältnis besteht bereits seit mindestens vier Wochen. Das gilt auch für Teilzeitarbeiter und Minijobber.

Volles Gehalt bei maximal sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit

Der Arbeitgeber zahlt Ihr volles Gehalt für sechs Wochen weiter. Sind Sie länger krankgeschrieben, erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse ein Krankengeld. Dieses beträgt 70 Prozent Ihres Gehalts und wird für maximal eineinhalb Jahre gezahlt. Auch hierfür müssen Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Ihres Arztes vorlegen.

 

Wissenswert: Werden Sie krankgeschrieben, bedeutet das nicht, dass Sie ans Bett gefesselt sind. Nach Expertenmeinung ist alles erlaubt, was der Genesung zuträglich ist. So kann es beispielsweise bei einem Burnout sogar wichtig sein, Sport zu treiben oder etwas an der frischen Luft zu unternehmen. Bei einem Bandscheibenvorfall hingegen ist beispielsweise von Gartenarbeit eher abzuraten – einem Besuch bei Freunden steht jedoch nichts entgegen.

Krankheitsbedingte Kündigung nur in Ausnahmefällen rechtens

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nur in Extremfällen gerechtfertigt – etwa, wenn wegen einer Langzeiterkrankung in den nächsten Jahren kein Wiedereinstieg in den Beruf zu erwarten ist. Das wäre zum Beispiel bei einem Bauarbeiter der Fall, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist.

 

Wer eine krankheitsbedingte Kündigung erhält und diese für ungerechtfertigt hält, sollte schnell handeln. Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eingereicht werden – sonst ist sie nach dem Gesetz unwirksam.

Bei Kündigungsschutzklagen oder anderen juristischen Auseinandersetzungen mit Ihrem Arbeitgeber hilft Ihnen eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Arbeitsrechtsschutz weiter. Den passenden Tarif für Ihren individuellen Absicherungswunsch finden Sie unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand mit dem Rechtsschutzversicherung Vergleich von CHECK24.

(kro)

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