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Streichen oder nicht? Was Mieter beim Auszug beachten sollten

21.05.2014 - 14:00

Ein Umzug bedeutet in der Regel einigen Stress und großen Aufwand. Kein Wunder, dass man sich da nicht auch noch mehr als unbedingt nötig um den bisherigen Wohnsitz kümmern möchte - schließlich wollen auch die neuen vier Wände in Schuss gebracht werden. Doch welche Pflichten haben Mieter eigentlich bei einem Auszug?

Ein häufiges Streitthema ist die Wandfarbe. In einem Fall, der bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) ging, hatte eine Familie eine geweißelte Doppelhaushälfte übernommen und einige Wände dann rot, gelb und blau gestrichen. Nach dem Auszug ließ die Eigentümerin des Hauses die bunten Wände mehrfach weiß überstreichen und schickte die Malerrechnung an ihre Ex-Mieter.

Diese weigerten sich, zu zahlen, die Vermieterin zog vor Gericht - und bekam recht. Nach Ansicht der BGH-Richter waren die Räumlichkeiten bei Mietende durch die ausgefallenen Wandfarben praktisch unmöglich neu zu vermieten – die Eigentümerin hatte somit Anspruch auf Schadensersatz.

Was passiert mit ohnehin schon bunten Wänden?

Oft muss beim Auszug gestrichen werden.
Mit der Frage, ob Wände, die bereits bei der Wohnungs- oder Hausübernahme bunt sind, beim Auszug ebenfalls überstrichen werden müssen, hat sich der BGH hingegen nicht beschäftigt. Zur Sicherheit sollte man dies aber im Mietvertrag regeln.

Muss ein Teppichboden, Parkett oder Laminat erneuert werden, muss dies grundsätzlich der Vermieter – bei Bedarf auch bereits während der Mietdauer – übernehmen. Anders sieht die Sachlage aus, wenn Mieter etwa dicke Kratzer, Rotweinflecken oder Brandlöcher im Bodenbelag verursachen – dann können die Wohnungseigentümer sie zur Kasse bitten.

Bei Veränderungen an der Bausubstanz Vermieter fragen

Auch bei Einbauten in und sonstigen Veränderungen an der Wohnung sollten Mieter Vorsicht walten lassen: Grundsätzlich muss dazu der Vermieter seine Erlaubnis geben. Wer das – am besten schriftlich festgehaltene – Einverständnis bekommen hat, beispielsweise die Badezimmerfliesen oder die Holzdecke zu lackieren, kann beim Auszug nicht gezwungen werden, dies wieder zu ändern. Das hat unter anderem das Amtsgericht Köln entschieden.

Ebenfalls oft strittig sind Klauseln im Mietvertrag, die den Mieter dazu verpflichten, Schönheitsreparaturen wie Tapezieren oder Streichen der Wände auf eigene Kosten bei einem Fachbetrieb in Auftrag zu geben. Laut einem BGH-Urteil dürfen Mieter dies durchaus selbst in die Hand nehmen. Anders lautende Vertragsklauseln sind demnach unzulässig.

Grundsätzlich ist es ratsam, alle wichtigen Aspekte zur Nutzung des Mietobjekts im Vorhinein schriftlich mit dem Vermieter zu klären. So lassen sich Konflikte beim Auszug umgehen. Für beide Parteien ist dies erstrebenswert, da Gerichtsprozesse ohne einen leistungsstarken Versicherungsschutz für Rechtsstreitigkeiten sehr teuer werden können.

(kro)

 

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