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Online-Shopping: Das ändert sich beim Widerrufsrecht

30.04.2014 - 14:00

Amazon, Zalando und Co.: Online-Shops sind beim Verbraucher beliebt. Kein Wunder, kann doch mit wenigen Klicks die neue Jeans oder das neue Buch des Lieblingsautors bestellt werden - und wenn es doch nicht gefällt, wird es einfach zurückgeschickt. Doch Achtung: Zum 13. Juni ändert sich das Widerrufsrecht in Deutschland, da die Verbraucherrechte europaweit vereinheitlicht werden. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Neuerungen.

Die gute Nachricht zuerst: Das 14-tägige Widerrufsrecht bleibt bestehen. Im Unterschied zur bisherigen Praxis reicht es jedoch nicht mehr aus, die Ware kommentarlos zurückzuschicken. Zusätzlich müssen Sie künftig eine explizite Widerrufserklärung abgeben.

Widerrufen können Sie schriftlich – beispielsweise per E-Mail, Fax oder auf dem Postweg. Sie können aber auch das entsprechende Widerrufsformular verwenden, das der Händler der Lieferung beilegt. Manche Anbieter stellen dieses Formular auch auf ihrem Internetauftritt zur Verfügung.

Fristen für Händler und Kunden

Online-Shopping ist beliebt.
Nach Erhalt des Widerrufs hat der Händler künftig nur noch 14 und nicht mehr 30 Tage Zeit, Ihnen Ihr bereits gezahltes Geld zu erstatten. Die Frist beginnt, sobald der Händler Ihre Warenrücksendung erhalten hat. Sie können die unerwünschten Artikel innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zurückschicken.

Auch in puncto Rücksendekosten ändert sich die Rechtslage. Bislang kann der Betreiber eines Online-Shops Ihnen die Kosten für eine Warenrücksendung nur dann auferlegen, wenn die zurückgesendete Ware maximal 40 Euro kostet. Machen Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch, müssen Sie künftig die Rücksendekosten unabhängig vom Warenwert tragen. Diese Regelung greift, wenn der Händler Sie darüber explizit informiert hat. Nach Expertenmeinung könnten die Betreiber einiger Online-Shops aus Kulanzgründen künftig auch weiterhin die Rücksendekosten übernehmen.

Nicht alles kann zurückgegeben werden

Ebenfalls eine Neuerung im Widerrufsrecht ist, dass bestimmte online gekaufte Produkte nicht mehr zurückgegeben werden können. Dazu gehören vor allem versiegelte Waren, die sich aus Gesundheits- oder Hygieneschutzgründen nicht zur Rückgabe eignen und von denen das Siegel entfernt wurde.

Schnell verderbliche Lebensmittel, Downloads sowie Sonderanfertigungen nach individuellem Kundenwunsch sind bereits nach alter Gesetzeslage vom Umtausch ausgeschlossen – und bleiben es künftig auch. Gleiches gilt für Softwareprogramme oder Filme, von denen die Originalverpackung entfernt wurde.

Kommt es etwa im Hinblick auf die neuen Widerrufsregelungen zu Unstimmigkeiten mit einem Online-Händler, tun Sie gut daran, über einen leistungsstarken Versicherungsschutz für juristische Auseinandersetzungen zu verfügen. So sind Sie im Fall der Fälle auf der sicheren Seite und bleiben nicht auf den mitunter sehr hohen Gerichtskosten sitzen.

(kro)

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