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Nachbarschaftslärm: So können Sie sich wehren

28.10.2013 - 19:00

Jeder zehnte Bundesbürger fühlt sich mindestens einmal pro Woche durch Geräusche aus den Nachbarswohnungen gestört. Bei jedem Dritten ist dies mindestens einmal pro Jahr der Fall. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage hervor, die im Auftrag des Rechtsschutzversicherers Advocard durchgeführt wurde. Wir verraten Ihnen, welche Lärmquellen den Deutschen besonders aufs Trommelfell schlagen und welche Möglichkeiten Sie haben, um dagegen vorzugehen.

Den ersten Platz der nachbarschaftlichen „Lärm-Charts“ teilen sich – mit jeweils 36 Prozent der Nennungen – laute Musik sowie Bohr- und Hämmergeräusche. Das Sprichwort „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ trifft nicht immer zu: Das laute Streitgespräch der Nachbarn ist den Deutschen genauso unangenehm wie Partylärm von nebenan (jeweils 28 Prozent der Angaben).

Platz drei der unbeliebtesten Lärmquellen belegt Hundegebell (25 Prozent), dicht gefolgt vom röhrenden Rasenmäher (20 Prozent). Den Abschluss der Top 5 bildet Kindergeschrei mit 17 Prozent der Nennungen. Ebenfalls in Ungnade fallen Nachbarn durch das Klacken ihrer Absatzschuhe (zwölf Prozent der Angaben) oder wenn sie lautstark ein Instrument spielen (elf Prozent).

Fußballgejohle und Gesangsallüren kommen ebenfalls nicht gut an

Weitere nachbarliche Störfaktoren sind der Forsa-Studie zufolge: der Lärmpegel beim Fußballschauen (sieben Prozent der Nennungen), lautstarker Gesang (ebenfalls sieben Prozent), Waschmaschinengeräusche (sechs Prozent), die Toilettenspülung (fünf Prozent), vernehmbares Gestöhne beim Geschlechtsverkehr (ebenfalls fünf Prozent) sowie Schnarchen (drei Prozent). Zwei Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich sogar von den Duschgeräuschen des Nachbarn belästigt.

 

Den Studienautoren zufolge sind Senioren offenbar kinderlieber als jüngere Jahrgänge: Während sich nur 14 Prozent der Generation 60 Plus von Kindergeschrei gestört fühlen, sind es bei den Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ganze 33 Prozent.

Ebenso haben Frauen etwas weniger Verständnis für den Hobbyheimwerker als Männer: 39 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen fühlen sich vom Hämmern und Bohren gestört, während es bei den Männern nur 32 Prozent sind. Diese wiederum nervt eher Hundegebell.

Allgemeine Ruhezeiten sind einzuhalten

Lärmgestresste Anwohner können sich Experten zufolge auf allgemeine Ruhezeiten berufen: Montags bis einschließlich samstags von 13 bis 15 Uhr sowie zwischen 22 und 7 Uhr sollte der Geräuschpegel die Zimmerlautstärke nicht überschreiten. An Sonn- und Feiertagen gilt diese Regelung ganztägig. Rechtsexperten weisen jedoch darauf hin, dass Geräusche der sanitären Einrichtung oder von Haushaltsgeräten sowie der übliche Kinderlärm akzeptiert werden müssen.

 

Bevor Sie gleich Ihren Vermieter kontaktieren, sollten Sie zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn suchen, der für den Lärm verantwortlich ist. In vielen Fällen reicht dies aus, um das Problem aus der Welt zu schaffen – womöglich ist ihm gar nicht bewusst, wie viel andere Anwohner von den Geräuschen in seiner Wohnung mitbekommen. Der Anruf bei der Polizei sollte erst der letzte Schritt sein.

Bei schwerwiegenden Konflikten Lärmprotokoll führen

Tipp: Droht der nachbarschaftliche Konflikt wegen ständiger Geräuschbelästigung zu eskalieren, sollten Sie vier Wochen lang ein Lärmprotokoll führen und darin genau eintragen, wann und wie lange der Lärm jeweils auftritt. So haben Sie bei einem eventuellen Gerichtsverfahren etwas Konkretes gegen den lärmenden Nachbarn in der Hand.

 

Da rechtliche Auseinandersetzungen oft langwierig und kostenintensiv sind, empfiehlt es sich, über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachzudenken. Diese bietet Ihnen im Rechtsstreit finanzielle und juristische Rückendeckung. Einen leistungsstarken und dennoch günstigen Tarif finden Sie problemlos mit unserem Vergleich der Rechtsschutzversicherung.

(kro)

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