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Schimmelbefall in Wohnungen kann Miete mindern

08.02.2013 - 12:00

Die Stiftung Warentest hat kürzlich zum Thema Schimmel eine Online-Umfrage durchgeführt, an der sich über 4000 Personen beteiligten. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, zeugt aber davon, dass Schimmelbefall ein weit verbreitetes Ärgernis ist. Circa 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihre Wohnung von einem Schimmelpilz befallen sei. Acht Prozent haben „verdächtige Flecken“ oder Schimmelgeruch in ihrer Wohnung. Dass zwei von drei Haushalten mit Schimmelproblemen zu kämpfen haben, ist besorgniserregend, denn Schimmel sieht nicht nur hässlich aus und riecht unangenehm, er kann auch Allergien und Krankheiten auslösen.

Die Pilze gedeihen am besten an Orten,  an denen es feucht und kalt ist. Daher nehmen auch mit 53 Prozent das Bad und die Toilette den Spitzenplatz untern den verschimmelten Orten ein. 40 Prozent der Befragten gaben an, im Schlafzimmer Schimmelflecken zu haben. Bei 23 Prozent ist dies im Wohnzimmer und der Küche der Fall. Besonders besorgniserregend ist, dass 14 Prozent in den Kinderzimmern mit einem Schimmelbefall zu kämpfen haben – bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.

Gerade für Kinder können Schimmelpilze gefährlich sein. Daher sollte man alles tun, um den Schimmel wirksam und dauerhaft zu bekämpfen. Das Problem dabei ist, dass dies oftmals gar nicht so einfach ist, denn die Ursachen sind nicht immer eindeutig. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer bekämpft Schimmelprobleme mit chemischen Antischimmelmitteln.

Da dies allein jedoch meist nicht ausreicht, wird öfters gelüftet, mehr geheizt und Möbel werden verrückt, um die Luftzirkulation zu verbessern. Ein Allheilmittel gibt es nicht, aber die Kombination aus chemischer Reinigung und optimalem Lüften und Heizen verbannt Schimmel meist oder lässt ihn gar nicht erst entstehen. Kommt es im Zuge eines Wasserschadens zu einem Schimmelbefall, ist der Einsatz von Entfeuchtungs- beziehungsweise Trocknungsgeräten unerlässlich.

Da sich in diesem Fall die Wohnqualität für eine längere Zeit verschlechtern kann, hat der Mieter gute Chancen, eine Mietreduktion für den Zeitraum der Schimmelbekämpfung zu verlangen. Dies gilt oftmals auch, wenn der Schimmelbefall auf bauliche Mängel oder defekte Heizungsanlagen und Fenster zurückzuführen ist.

Mietminderung bei Schimmel

In Sachen Mietminderung aufgrund eines massiven Schimmelbefalls wurde kürzlich vom Landgericht Köln ein interessantes Urteil gesprochen. Ein unverschuldeter Wasserschaden hatte in einer Einzimmerwohnung zu einem schweren Schimmelbefall geführt, sodass für 1,5 Monate zwei Trocknungsgeräte aufgestellt werden mussten. Hierfür mussten sämtliche Möbel von den Wänden abgerückt werden. Da die Wohn- beziehungsweise Lebensqualität durch diese Maßnahmen stark litten, forderte die Mieterin die zu viel gezahlte Miete vom Vermieter zurück und kündigte die Wohnung fristlos.

Für den Fall, dass eine Wohnung unbewohnbar ist oder die Bewohnbarkeit in bestimmten Maßen eingeschränkt oder gestört ist, stehen dem Mieter diverse Sonderrechte zu, zum Beispiel eine Mietminderung. Der Vermieter wollte weder einen Teil der gezahlten Miete zurückzahlen, noch erkannte er die fristlose Kündigung an.

Das Gericht entschied jedoch in beiden Fällen zugunsten der klagenden Mieterin. Da die Wohnqualität durch die Schimmelbekämpfungsmaßnahmen extrem beeinträchtigt war, sei laut Richterspruch eine Minderung der Miete um 80 Prozent legitim. Zudem erkannte das Gericht das Sonderkündigungsrecht an, da eine Fortsetzung des Mietverhältnisses unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar war.

Bedauerlich an der ganzen Sache ist, dass die Mieterin ihre Rechte erst mühsam vor Gericht durchsetzen musste. Eine solche Vorgehensweise kostet leider nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch Geld – es sei denn,  man verfügt über einen Mietrechtsschutz. Da die Wohnung von existentieller Bedeutung ist, empfiehlt es sich, diesen Bereich durch eine Mietrechtsschutzversicherung abzusichern. Sie bietet dem Versicherungsnehmer juristischen und finanziellen Beistand rund um das Mietverhältnis.

Mietrechtsschutzversicherung in Kombination mit einem Privatrechtsschutz

Da nicht wenige Vermieter über einen Vermieterrechtsschutz verfügen, sollte ein Mieterrechtsschutz in keinem Haushalt fehlen. Eine Mieterrechtsschutzversicherung bietet einen sehr vielseitigen Versicherungsschutz und ermöglicht es Ihnen, eine juristische Auseinandersetzung vor Gericht auf Augenhöhe zu führen. Sie übernimmt im Versicherungsfall in der Regel sämtliche Verfahrens-, Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. So müssen Sie keinen Konflikt scheuen und können Ihre Rechte professionell vor Gericht wahrnehmen.

Mit der richtigen Mietrechtsschutzversicherung lebt es sich einfacher und unbeschwerter. Denn sie spart nicht nur viel Zeit und Geld, sondern auch Ärger. Da ein Mietrechtsschutz jedoch nur in Verbindung mit einer allgemeinen Privatrechtsschutzversicherung abschlossen werden kann, lohnt es sich, online einen kostenlosen Mietrechtsschutz Vergleich durchzuführen. Dadurch lässt sich schnell und einfach eine passende und günstige Rechtsschutzversicherung finden.

(mtr)

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