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Mietrecht: Bei diesen Mängeln können Sie bis zu 20 Prozent Mietminderung durchsetzen

29.05.2013 - 12:43

Fahrstuhlausfall, lästige Gerüche aus der Nachbarswohnung, Hundedreck im Treppenhaus? Auch auf den ersten Blick kleinere Mietmängel müssen Mieter nicht einfach hinnehmen. Im dritten Teil unserer Reihe zum Thema Mietminderung erfahren Sie anhand verschiedener Gerichtsurteile, bei welchen Mietmängeln eine Mietminderung von bis zu 20 Prozent durchgesetzt werden kann.

Ein Mangel, bei dem Sie die Miete um 20 Prozent senken können, ist ein Ausfall des Fahrstuhls. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte. Im konkreten Fall war der Aufzug 16 Tage lang außer Betrieb ─ was dem Mieter einer Wohnung im 10. Stock eher weniger gefiel. Auch das Gericht teilte seine Meinung: Das Erreichen der Wohnung sei mit erheblichen Mühen verbunden.

Darüber hinaus gibt regelmäßiger Lärm häufig Anlass zu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. So fühlte sich ein Mieter durch lautstarke Nachbarn gestört und setzte vor dem Landgericht Chemnitz eine Mietminderung von 20 Prozent durch.

Üble Gerüche berechtigen ebenfalls zur Mietminderung

Doch nicht nur Lärm und Dreck können eine 20-prozentige Mietminderung rechtfertigen, sondern auch unangenehme Gerüche. Das zeigt ein Urteil des Landgerichts Stuttgart. Im konkreten Fall hatte sich ein Mieter an Zigaretten- und Essensgerüchen aus der Nachbarschaft gestört, die in seine Wohnung drangen. Die Ursache hierfür lag offenbar in der Bauweise des Gebäudes, welches nicht ausreichend abgedichtet werden konnte.

 

Apropos Geruch: Liegt im Treppenhaus des Öfteren ein unangenehmer Duft in der Luft, weil der Nachbarshund gerne sein Geschäft dort verrichtet, können Mieter ihre Zahlungen ebenfalls um bis zu 20 Prozent mindern. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Münster.

Ein Dauerbrenner bei Mietrechtsprozessen ist eine nicht oder nur eingeschränkt funktionierende Heizung. In welcher Höhe eine Senkung des Mietzinses durchgesetzt werden kann, hängt von der Schwere des Problems ab. Eine Mietminderung von 20 Prozent kann beispielsweise erzielt werden, wenn im Januar und Februar die Heizung nicht reguliert werden kann und einzelne Räume gar nicht beheizt werden können. Das geht unter anderem aus einem Urteil des Amtsgerichts Köln hervor.

Auch Schimmelbefall rechtfertigt Mietminderung

Ferner gehört Schimmelbefall zu den wohl häufigsten Streitpunkten bei Mietrechtsprozessen. Auch hier hängt die Höhe der Mietminderung von der Schwere des Problems ab. Wenn nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob der Schimmel wegen bauseitiger Schwachstellen oder in Folge von falschem Lüftungsverhalten und unzureichender Beheizung in Erscheinung getreten ist, haftet der Vermieter. Die Folge: 20 Prozent Mietminderung, so das Landgericht Osnabrück.

 

In einem anderen Fall, der vor dem Amtsgericht Königs Wusterhausen verhandelt wurde, war der Schimmelbefall per Gutachten auf die schlechte Bausubstanz zurückzuführen. Auch hier wurde dem Mieter eine 20-prozentige Senkung des Mietzinses gewährt.

Ebenfalls ein Grund für die Senkung der Mietzahlungen um ein Fünftel ist die Untersagung der Mitbenutzung des Wasch- und Trockenraums und Gartens, die zunächst per Mietvertrag zugesichert wurde. Das hat beispielsweise das Landgericht Köln entschieden.

Rost im Wasser = weniger Miete

Auch rostiges Wasser aus der Leitung berechtigt zu einer Mietminderung in demselben Umfang, wie etwa das Amtsgericht Görlitz geurteilt hat. Durch die Rostverfärbung werde der Eindruck erweckt, dass das Wasser schmutzig sei und Krankheitserreger enthalte. Dies stelle eine erhebliche Beeinträchtigung des Wohnwertes dar.

 

Weitere Mietmängel, bei denen laut verschiedenen Gerichtsurteilen bis zu 20 Prozent Mietminderung durchgesetzt werden können, sind unter anderem: starker Befall durch Silberfische, Überhitzung der Dachgeschosswohnung im Sommer, Wasserflecken an Decken und Wänden sowie das Fehlen der vertraglich zugesicherten Einbauküche.

Hier sind noch bis zu 15 Prozent drin

Immerhin noch 15 Prozent Mietminderung sind laut einem Urteil des Amtsgerichts München drin, wenn ein Mieter erfährt, dass er in einer asbestbelasteten Wohnung lebt. Um denselben Prozentsatz können Mieter ihre Mietzahlungen senken, wenn sie ihren Balkon aufgrund einer übermäßigen Menge herumstreunender Katzen nicht mehr nutzen könnten. So urteilte etwa das Amtsgericht Bonn.

 

Andere Beeinträchtigungen der Wohnqualität, die verschiedenen Urteilen zufolge ebenfalls eine 15-prozentige Mietminderung rechtfertigen, sind beispielsweise ein mangelhafter Teppichboden, ein Ausfall der Warmwasserversorgung zwischen Mai und August sowie ein unzureichender Wasserdruck der Toilettenspülung.

Juristische Rückendeckung durch eine Rechtsschutzversicherung erhalten

Mietmängel können jeden Mieter früher oder später betreffen. Die Querelen mit dem Vermieter landen schnell vor Gericht. In diesem Fall ist es sinnvoll, über eine leistungsstarke Rechtsschutzversicherung mit integriertem Mietrechtsschutz zu verfügen. Diese bietet Ihnen im Ernstfall juristische und finanzielle Unterstützung. Der Rechtsschutzversicherung Vergleich von CHECK24 hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Tarif ─ und das völlig unverbindlich und kostenlos!

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(kro)

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