0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Laute Sex-Schaukel: Vermieter kündigt Mietvertrag

10.09.2014 - 16:00

Stört ein Mieter durch die lauten Quietschgeräusche seiner Sex-Schaukel wiederholt seine Nachbarn, darf der Vermieter ihm das Mietverhältnis kündigen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts München hervor.

Im verhandelten Fall fühlten sich die Anwohner eines Hauses jahrelang durch das nächtliche Treiben ihres Mitmieters belästigt. Aus dessen Wohnung waren laut Angaben verschiedener Nachbarn drei- bis viermal pro Woche zwischen 22 Uhr und 3 Uhr morgens laute Quietschgeräusche zu vernehmen. Die Übeltäterin: eine alte, offenbar nicht ausreichend geölte Sex-Schaukel.

Die Vermieterin mahnte den Nachtaktiven zunächst ab. Als dies nichts brachte, kündigte sie ihm den Mietvertrag – zu Recht, wie das Amtsgericht München urteilte. Nach Ansicht der Richter gehören nächtliche Lärmbelästigungen in Form von „sportlichen, sexuellen und quietschenden Geräuschen“ nicht zum normalen Mietgebrauch einer Wohnung.

Zudem seien solche Geräusche nicht sozialadäquat und müssten daher weder von anderen Mietern noch Vermietern hingenommen werden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Stress mit Mietern kann teuer werden

Bei Problemen mit Mietern erscheint der Gang vor Gericht in manchen Fällen als letzter Ausweg. Doch das kann ohne einen leistungsstarken Versicherungsschutz schnell teuer werden. Vermieter sind daher mit einer Rechtsschutzversicherung inklusive dem Baustein Vermieterrechtsschutz gut beraten.

Wichtig: Der Versicherungsschutz greift nur bei Konflikten, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht vorhanden waren. Daher sollten Sie im Idealfall eine Rechtsschutzversicherung für Vermieter abschließen, sobald Sie eine Wohnung oder ein Haus vermieten.

(kro)

Weitere Artikel: