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Was der Chef über Ihre Krankenakte wissen darf

08.04.2015 - 16:35

Manche Arbeitgeber wüssten gerne haargenau, wie es um die Gesundheit eines Angestellten oder Bewerbers bestellt ist. Doch dazu sind sie nur in bestimmten Fällen berechtigt. Wir verraten Ihnen, was Sie mitteilen müssen und was nicht.
Im Vorstellungsgespräch gilt: Ihr potenzieller neuer Chef darf sich grundsätzlich nur nach Ihrem körperlichen oder seelischen Gesundheitszustand erkundigen, wenn dieser für die Tätigkeit ausschlaggebend ist. So darf beispielsweise bei einem Job im Lager gefragt werden, ob Rückenprobleme vorliegen oder Sie schwere Gegenstände heben können.

Bewerben Sie sich für eine Stelle als Lastkraftfahrer, darf nach Alkoholerkrankungen gefragt werden. Nach dem psychischen Wohlbefinden darf sich der Arbeitgeber erkundigen, wenn eine belastbare Psyche für die Tätigkeit essenziell ist – wie etwa bei der Bundeswehr.

Nach einer bestehenden Schwerbehinderung darf hingegen generell nicht gefragt werden. Wird dennoch eine unzulässige Frage gestellt, müssen Sie diese nicht wahrheitsgemäß beantworten.

Teilnahmepflicht an Gesundheitscheck von Branche abhängig

Verhandlungsgespräch
Der Chef muss nicht alles erfahren.
Die Teilnahme an einem Gesundheitscheck vor der Einstellung ist grundsätzlich freiwillig – sofern es keine anders lautende rechtliche Vorschrift gibt. Solche Ausnahmen gelten unter anderem im Lebensmittelbereich sowie im medizinischen Bereich.

Der Arbeitgeber erfährt auch nur, ob ein Bewerber geeignet ist oder nicht – detaillierte Ergebnisse der Untersuchung werden nicht preisgegeben. Das Gleiche gilt auch für weitere Gesundheitschecks, die unter anderen in den beiden bereits genannten Berufsfeldern in regelmäßigen Abständen anstehen. Des Weiteren kann auch bei Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes tarifvertraglich die Teilnahme an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen festgesetzt sein.

Sind Sie mehrere Monate krankgeschrieben und hat Ihr Vorgesetzter ein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren, ob Sie wieder arbeitsfähig werden, kann er Sie auffordern, Ihre Krankenakte offenzulegen. Das müssen Sie nicht. Eine konsequente Weigerung könnte jedoch dazu führen, dass Ihnen eine personenbedingte Kündigung ausgesprochen wird.

Gut abgesichert mit dem Arbeitsrechtsschutz

Bei Konflikten mit Ihrem Chef bezüglich der Preisgabe von Gesundheitsinformationen oder sonstiger Angelegenheiten können Sie versuchen, Ihr Recht vor Gericht durchzusetzen. Finanziell auf der sicheren Seite sind Sie in diesem Fall mit einer Rechtsschutzversicherung inklusive dem Baustein Arbeitsrechtsschutz.

Wichtig: Versicherungsschutz besteht grundsätzlich nur bei rechtlichen Auseinandersetzungen, die zum Zeitpunkt des Abschlusses der Rechtsschutzversicherung noch nicht vorlagen.
(kro)
 

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