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Fehlendes Arbeitszeugnis: Arbeitgeber muss Schadensersatz zahlen

24.04.2013 - 14:00

Erhält ein Arbeitssuchender Absagen auf Bewerbungen, weil der ehemalige Arbeitgeber die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses verweigert hat, besteht gegen diesen ein Schadensersatzanspruch. Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Arbeitsgerichts Bremen-Bremerhaven hervor.

Im konkreten Fall war einem Arbeitnehmer gekündigt worden. Trotz mehrfacher Aufforderung wurde ihm jedoch kein Arbeitszeugnis ausgestellt. In der Zwischenzeit erhielt er auf zwei Bewerbungen Absagen. Die Begründung dafür war in beiden Fällen, dass kein Zeugnis über die langjährige vorherige Beschäftigung vorgelegt worden sei.

Der Arbeitssuchende verlangte wegen der verpassten Chancen auf eine neue Stelle Schadensersatz von seinem früheren Arbeitgeber. Dieser wies die Forderung mit der Begründung ab, dass er die Zeugniserteilung nicht abgelehnt habe. Vielmehr habe er den Arbeitnehmer dazu aufgefordert, selbst einen Entwurf zu verfassen. Von einer Verletzung der Zeugnispflicht könne daher keine Rede sein.

Zeugniserstellung ist grundsätzlich Sache des Arbeitgebers

Das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven beurteilte die Sachlage hingegen anders und entschied zugunsten des Arbeitnehmers. Die Begründung: Der Arbeitgeber habe die Pflicht, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. Ein Arbeitnehmer müsse keineswegs einen Entwurf liefern.

Aus diesem Grund sei der Arbeitgeber tatsächlich maßgeblich verantwortlich dafür, dass der Kläger in Ermangelung eines vorlegbaren Zeugnisses noch keine neue Anstellung gefunden habe.

Gericht geht von sechswöchigem Verdienstausfall aus

Bei der Festsetzung des Schadensersatzes ging das Gericht von einem Verdienstausfall für sechs Wochen aus. Denn es sei anzunehmen, dass bei einer Einstellung das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Wochen lang bestehen bleibt.

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(kro)

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