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Ebay-Auktion: Schadensersatz für Porsche-Schnäppchen

02.10.2014 - 12:00

Ein Porsche ist der Traum vieler Autofahrer. Doch die wenigsten Menschen können sich ein solch luxuriöses Gefährt leisten. Auf Ebay bot sich einer Kundin eine extrem günstige Gelegenheit, um die Besitzerin eines solchen Traumwagens zu werden. Ein Verkäufer bot einen Porsche Carrera zum Sofortkauf für 36.600 Euro an. Für die meisten Menschen immer noch zu teuer. Jedoch betrug der durchschnittliche Marktwert des detailliert beschriebenen Gebrauchtwagens zum damaligen Zeitpunkt rund 53.000 Euro - ein Schnäppchen also.

Das dachte sich wohl auch die Ebay-Kundin und schlug sofort zu. Wie üblich erhielt die Käuferin eine Bestätigungsmail über den getätigten Kauf. Treffen sich Anbieter und Käufer auf einem virtuellen Marktplatz, gelten prinzipiell die gleichen Regeln wie auf einem realen Markt. Im konkreten Fall heißt das: Der Porsche-Anbieter und die Käuferin haben einen gültigen Kaufvertrag mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten abgeschlossen. Der Käufer war somit verpflichtet, die Ware zu liefern, die Verkäuferin dazu, sie zu bezahlen.

Nachdem die Frau den Anbieter weder schriftlich noch telefonisch erreichte, schaltete sie einen Anwalt ein, um die erstandenen Waren zu erhalten. Der Verkäufer weigerte sich jedoch, das Fahrzeug herauszugeben, da er Opfer einer sogenannten Phishingattacke geworden sei – der Wagen sei gar nicht zum Verkauf gestanden. Angeblich hatte sich irgendjemand illegal Zugang zu seinem Käuferprofil verschafft und das Inserat manipuliert. Daraufhin verklagte die Käuferin den Anbieter auf Schadensersatz.

Kaufvertrag: Rechtsschutz bei Online-Geschäften

Die Klägerin forderte vom vermeintlichen Porsche-Verkäufer 16.400 Euro Schadensersatz, da ein vergleichbares Fahrzeug im Durchschnitt 53.000 Euro kosten würde. Der Verkäufer hingegen argumentierte, dass nicht er, sondern ein Hacker das Angebot zu verantworten habe. Zudem liege der Durchschnittswert eines vergleichbaren Wagens unter 36.600 Euro. Da der Beklagte jedoch nicht beweisen konnte, dass er eine Phishingattacke bei der Polizei angezeigt hatte, sei ein ordentlicher Kaufvertrag zustande gekommen. Das Landgericht Coburg gab der Schadensersatzklage statt und verurteilte den Verkäufer zu einer Zahlung in Höhe von 16.000 Euro.

Die Käuferin, die wohl lieber den Porsche zum Schnäppchenpreis gehabt hätte, muss sich nun mit dem Geld zufriedengeben. Noch ärgerlicher wäre es jedoch, wenn sie komplett leer ausgegangen und auf den Anwalts- und Gerichtskosten sitzen geblieben wäre. Ein Vertragsabschluss ist stets eine heikle Angelegenheit, einmal mehr, wenn es sich um Online-Verträge handelt. Daher ist es durchaus gut, wenn man eine leistungsstarke Rechtsschutzversicherung hinter sich weiß, die im Versicherungsfall sämtliche Prozesskosten übernimmt. Ein Privatrechtsschutz deckt nicht nur das Vertragsrecht ab, sondern auch eine Vielzahl von weiteren Rechtsgebieten, wie zum Beispiel das Schadensersatz- und Steuerrecht.

Tipp: Drittschäden, die durch die Internetnutzung oder einen elektronischen Datenaustausch entstehen, lassen sich über eine private Haftpflichtversicherung absichern.

(mtr)

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