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Schichtdienst - Wie viel Flexibilität muss sein?

06.06.2013 - 10:46

Nach Angaben der Bundesregierung arbeiten aktuell sechs Millionen Menschen in Deutschland im Schichtdienst. Besonders in den sozialen Berufen, beim Verkaufspersonal, in der Gesundheitsbranche sowie bei Maschinen- und Anlageführern ist diese Form der Arbeitszeiteinteilung weit verbreitet. Doch wie weit muss die Flexibilität der Schichtdienstarbeiter gehen?

Wer im Schichtdienst arbeitet, muss seine freie Zeit oft weit vorausplanen. Da ist es umso ärgerlicher, wenn der Arbeitgeber kurzfristig den Dienstplan ändert oder spontane Überstunden anordnet. Nach Angaben der D.A.S. Rechtsschutzversicherung darf ein aufgestellter Dienstplan jedoch nicht grundlos umgeworfen werden.

Das heißt: Wird der Schichtplan nicht mindestens vier Tage im Voraus umgestellt, müssen sich Arbeitnehmer nicht an die neuen Zeiten halten. Zu dieser Entscheidung kam das Berliner Arbeitsgericht.

Auch der Betriebsrat darf mitreden

Hat sich in einem Unternehmen ein Betriebsrat organisiert, müssen sowohl Beginn als auch Ende der täglichen Arbeitszeit, die Pausen sowie die Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage mit der Arbeitnehmervertretung abgesprochen werden. Davon abweichende Regelungen können jedoch etwa über Tarifverträge getroffen werden.

Auch Überstunden muss der Chef in aller Regel mit angemessener Frist ankündigen. Nach Angaben der D.A.S. liegt die generelle Vorlaufzeit auch hier bei vier Tagen. Das gilt auch dann, wenn im Arbeitsvertrag eine allgemeine Verpflichtung zu Überstunden festgesetzt ist.

Kurzfristige Überstunden nur im echten Notfall

Nur in absoluten Notfällen dürfen Überstunden kurzfristig angekündigt werden. Weigert sich der Arbeitnehmer jedoch, spontan länger zu arbeiten, darf ihm der Chef trotzdem nicht fristlos kündigen. Das hat unter anderem das Landesarbeitsgericht Hessen in einem entsprechenden Streitfall entschieden.

Zudem dürfen Arbeitnehmer nicht zu Beginn ihrer Schicht wieder nach Hause geschickt und auf eine andere Schicht vertröstet werden, weil sie kurzfristig gerade nicht beschäftigt werden können. Die einzige Ausnahme ist eine sogenannte betriebliche Notwendigkeit.

Arbeitet ein Angestellter beispielsweise an einer Maschine, die vorübergehend defekt ist, und kann im Betrieb nicht anderweitig eingesetzt werden, darf er heimgeschickt werden. In aller Regel muss der Betrieb jedoch trotzdem den regulären Lohn zahlen, da der Arbeitgeber das Risiko für solche Betriebsstörungen trägt.

Kein Gewohnheitsrecht auf bestimmte Schicht

Wissenswert ist zudem, dass Schichtdienstarbeiter kein Gewohnheitsrecht auf bestimmte Arbeitszeiten besitzen. Arbeitnehmer müssen üblicherweise nicht immer in die gleiche Schicht eingeteilt werden – auch dann nicht, wenn dies bisher der Fall war. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervor.

Aber auch hier gibt es der D.A.S. zufolge eine Ausnahme: War in der Stellenanzeige ausdrücklich von Nachtdienst die Rede und hat der Arbeitnehmer jahrelang nur nachts gearbeitet, darf der Arbeitgeber die übliche Schicht nicht ohne vorherige Absprache mit dem Arbeitnehmer ändern.

Rundum abgesichert mit einer Rechtsschutzversicherung

Diese oder ähnliche Konflikte mit dem Arbeitgeber können nicht nur nervenaufreibend sein, sondern landen auch häufig vor Gericht – und das kann schnell teuer werden. Arbeitnehmer, die im Fall der Fälle finanzielle und juristische Rückendeckung erhalten möchten, sind mit einer Rechtsschutzversicherung mit integriertem Arbeitsrechtsschutz gut beraten. Den passenden Tarif finden Sie schnell und problemlos mit dem kostenlosen und unverbindlichen Rechtsschutzversicherung Vergleich von CHECK24!

(kro)

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