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Ärger mit dem Handwerker: Welche Rechte Sie als Kunde haben

19.01.2014 - 18:00

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben sich extra den halben Tag freigenommen, weil Sie einen Handwerker erwarten. Und dann kommt der Herr im Blaumann viel zu spät oder überhaupt nicht - und Sie ärgern sich gewaltig. Wir verraten Ihnen, welche Wartezeiten zu tolerieren sind und welche Rechte Sie bei Ärger mit Handwerkern haben.

Feste Regelungen, wie lange Sie auf einen Handwerker warten müssen, gibt es Rechtsexperten zufolge nicht. Eine halbe Stunde Verspätung liegt jedoch im Regelfall durchaus im zumutbaren Rahmen. Umgekehrt müssen Sie zum vereinbarten Zeitpunkt auf jeden Fall zu Hause sein. Andernfalls kann der Handwerker Ihnen die Kosten für die vergebliche Anfahrt in Rechnung stellen.

Stundenlang warten muss nicht sein

Ist er hingegen zur Uhrzeit Ihres Termins nicht da, sollten Sie nach einer Weile versuchen, ihn anzurufen. Stundenlang warten und hoffen, dass er noch kommt, müssen Sie jedoch nicht. Sind Sie selbstständig tätig und haben durch die lange Warterei einen Verdienstausfall erlitten, können Sie Schadensersatz verlangen. Wichtig hierfür ist, dass Sie Ihren Verdienstausfall konkret beziffern können.

Sind Sie in Festanstellung beschäftigt und haben sich für den Termin bezahlten Urlaub genommen, können Sie keinen finanziellen Ausgleich vom Handwerksbetrieb fordern, da Ihnen außer der „verschwendeten“ Freizeit kein tatsächlicher Schaden entstanden ist. Schließlich können Sie während der Wartezeit theoretisch Hausarbeiten erledigen oder einfach Ihre freie Zeit genießen.

Ist der ursprüngliche Termin geplatzt, weil der Handwerker erst Stunden später oder gar nicht erschienen ist, können Sie einen neuen Termin verlangen. Hierzu können Sie eine Nachfrist festlegen, die allerdings der Angelegenheit angemessen sein muss – je nachdem, wie dringend sie ist. Üblich sind maximal zwei Wochen.

Mahnschreiben per Einschreiben schicken

Tipp: Senden Sie dem Handwerksbetrieb das Mahnschreiben mit der Nachfrist am besten per Einschreiben. Lässt der Handwirker auch diese Frist verstreichen, dürfen Sie den Auftrag zurücknehmen und einen anderen Betrieb beauftragen.

Ebenso ärgerlich ist es für Sie, wenn ein Handwerker zwar pünktlich vor Ihrer Tür steht, aber er das nötige Werkzeug oder Material nicht dabei hat. Sofern sich der Termin dadurch nicht allzu lange nach hinten verschiebt, müssen Sie jedoch akzeptieren, dass er nochmal zurückfährt, um die fehlenden Utensilien zu holen.

Ist die Werkstatt allerdings weiter weg, können Sie einen neuen Termin vereinbaren. Wichtig: Hat der Handwerker das benötigte Material oder Werkzeug im Betrieb vergessen, darf er Ihnen für die nachträgliche Besorgung weder Arbeitszeit noch Fahrtkosten berechnen. Wird jedoch erst während der Arbeit ersichtlich, dass bestimmte Werkzeuge oder spezielle Ersatzteile benötigt werden, müssen Sie für die Sonderfahrt zahlen. Denn der Handwerker ist nicht dazu verpflichtet, diese Utensilien ständig mitzunehmen.

Anspruch auf Schadensersatz bei materiellem Schaden

Schadensersatz können Sie fordern, wenn beispielsweise Ihre Wohnung wegen einer Verzögerung der Handwerksarbeiten nicht pünktlich vermietbar ist und Ihnen dadurch Mieteinnahmen entgehen. Voraussetzung dafür ist, dass der Handwerker das Terminproblem zu verschulden hat – etwa bei Verzögerungen durch falsch geliefertes Material. Denn er trägt das sogenannte Beschaffungsrisiko, selbst wenn nicht er selbst, sondern ein Subunternehmer das Material liefert.

Ärger mit Handwerkern oder andere Konflikte landen häufig vor Gericht – und das kann sehr teuer werden! Eine leistungsstarke Rechtsschutzversicherung stärkt Ihnen juristisch und finanziell den Rücken, damit Sie Ihr gutes Recht durchsetzen können. Passende Tarife finden Sie im Handumdrehen mit dem Rechtsschutzversicherung Vergleich von CHECK24.

(kro)

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